Caritas-Fachtagung „Von der Ausgrenzung zur Inklusion“

St. Pölten, 09.11.12 (dsp) „Was sich in den letzten 40 Jahren im Psychosozialen Dienst (PSD) getan hat, ist beeindruckend, aber noch ausbaubar“, betonte Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck beim Festakt „Von der Ausgrenzung zur Inklusion“. Dabei wurden 40 Jahre PD, 20 Jahre Caritas Schloss Schiltern, 15 Jahre BBO (Beschäftigung und Berufsorientierung) und 15 Jahre Berufliche Integration gefeiert. Bei der Veranstaltung im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt betonten die Referenten: Die Erfolgsgeschichte des Psychosozialen Dienste sei untrennbar verbunden mit der Unterstützung seitens des Landes Niederösterreich.


Begann der Psychosoziale Dienst der Caritas im Jahr 1972 mit einem Mitarbeiter, sind es gegenwärtig 277. Caritas-Direktor Schuhböck sagte, „viel Hören ist notwendig“. Das betreffe Förderer genauso wie Fachleute und Betroffene. Durch das Hören werde Dazu-Gehören in der Gesellschaft möglich. Schuhböck forderte in seiner Stellungnahme flächendeckende, sinnstiftende Arbeit, leistbares Wohnen und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Psychosoziales.

Aus Sicht von NÖ-Soziallandesrätin Barbara Schwarz müsse die Politik einerseits Geld für psychosoziale Einrichtungen zur Verfügung stellen. Da dieses von den Steuerzahlern komme, müsse man auch um das Einverständnis der Bevölkerung werben. Neben der Vergabe der Gelder müsse Politik gesellschaftspolitisch aktiv sein und für jene Gruppen eintreten, die sonst nicht gehört werden. Daher sei es auch Aufgabe der Politik quasi eine Lobby für jene zu sein, die krank oder eingeschränkt seien.

Es gebe noch viel zu tun, da noch immer Stigmatisierungen bei psychisch Erkrankten da seien. Schwarz hielt fest, dass es keine Schande sei, wenn man selbst zugibt, kurz vor einem Burn out zu stehen. Die Landesrätin appellierte „Mut zu haben und auf Körper und Seele zu hören“. Daher müsse man auch lernen, am Arbeitsmarkt flexibler zu sein und im Sinne der Inklusion auch Jobs zu schaffen, die vielleicht nicht so produktiv seien. Es sei ihr ein Anliegen „den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen“ und sie würdige daher die „großartige Weise wie die Caritas mit psychisch erkrankten Menschen umgeht“.

Karl Fakler, Landesgeschäftsführer des AMS NÖ, meinte: „Wir ersparen uns langfristig viel Geld, wenn inklusiv gearbeitet wird – auch wenn Geduld nötig ist.“ Die vielen Erfolge der Caritas würden sich bereits zeigen, so Fakler.

Foto: Manfred Rötzer (Landesstellenleiter des Bundessozialamtes NÖ), Caritas-Bereichsleiterin für Psychosoziale Einrichtungen Anna Durstberger, Soziallandesrätin Barbara Schwarz, Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck, Karl Fakler (Landesgeschäftsführer des AMS NÖ).