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Caritas der Diözese St. Pölten trauert um Stefan Frühwald

Die Caritas der Diözese St. Pölten trauert um Univ.-Doz. Dr. Stefan Frühwald, der kürzlich im Alter von 43 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstarb. Nach der Facharztausbildung entschied sich der Vater dreier Kinder für die Arbeit bei der Caritas der Diözese St. Pölten, zuerst als regionaler ärztlicher Leiter des PsychoSozialen Dienstes (PSD) im Zentralraum Niederösterreich, ab 2005 als ärztlicher Leiter des PSD der Caritas St. Pölten, der eine gemeindepsychiatrische Versorgung von 630.000 Einwohnern gewährleistet.
Seit 2004 war Dr. Stefan Frühwald Fachgruppenvorsitzender der Ärztekammer für NÖ, 2007 wurde er in diese Funktion wiedergewählt. 2004 habilitierte er zum Universitätsdozenten für Psychiatrie an der Medizinischen Universität Wien und im gleichen Jahr eröffnete er seine Ordination in St. Pölten. In den folgenden Jahren wirkte er u.a. als Prüfer bei der österreichweiten Facharztausbildung für Psychiatrie & Psychotherapeutische Medizin sowie als Mitarbeiter des EU-Projekts zur Neuordnung der psychiatrischen Versorgung in Rumänien. Er war an der Implementierung der neuen Facharzt-Ausbildung Psychiatrie & Psychotherapeutische Medizin in NÖ als stellvertretender Lehrgangsleiter beteiligt, seit 2007 war er zudem Vorstandsmitglied der Österreichischen Schizophreniegesellschaft.

Häufig zitierter Experte in Medien

Schranken zwischen gesunden und psychisch kranken Menschen abzubauen, war Stefan Frühwald ein großes Anliegen. Er hielt zahlreiche Vorträge über psychische Erkrankungen in Schulen, Pfarren, Gemeinden und Vereinen, oft begleitet von einem Betroffenen und einem Angehörigen des Kranken. So gelang es ihm, Vorurteile zu entkräften und Verständnis für diese oft ausgegrenzten Menschen zu wecken. Damit die vom Stigma der psychischen Krankheit Betroffenen weniger diskriminiert und ausgegrenzt werden, war Stefan Frühwald eine gute Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Vielen Menschen war und ist er bekannt als in den Medien häufig zitierter Experte für psychiatrische Belange.

Psychisch Kranke sollten nicht nur in psychiatrischen Anstalten Hilfe finden, sondern im Sinn einer „Enthospitalisierung“ auch in gemeindenahen und niederschwelligen Einrichtungen, das war seine Überzeugung. Er setzte sich für ihre Integration in den Arbeitsmarkt ebenso ein wie für einen Verbleib in ihrem sozialen Umfeld, solange dies möglich war, sowie für die Errichtung von betreuten Wohngruppen.

Engagement in kirchennahen Einrichtungen

Ausgegrenzten und benachteiligten Menschen galt sein besonderes Augenmerk und Engagement. Den Zivildienst leistete er in der Emmausgemeinschaft St. Pölten, dem Verein zur Integration von Nichtseßhaften im Gebiet der Diözese St. Pölten. Dieser Einrichtung blieb er sein weiteres Leben lang eng verbunden, durch ehrenamtliches Engagement – u. a. als Mitarbeiter in der Notschafstelle für Wohnungslose am Kalvarienberg –, und seit 2001 als Konsiliarfacharzt der Emmausgemeinschaft. Er war außerdem Gesellschafter der SAM Niederösterreich (Sozialer Markt-gemeinnützige GmbH), des Träger-Vereins der SOMA-Sozialmärkte, die sozial schwache Menschen mit leistbaren Lebensmitteln versorgt. In der Dompfarre St. Pölten, in der er sich Zeit seines Lebens beheimatet fühlte, gründete er 1995 eine Selbstbesteuerungsgruppe, die zahlreiche Hilfsprojekte für Notleidende im In- und Ausland finanzierte.

Stefan Frühwald verstand sein erfülltes und glückliches Leben als Geschenk und Segen. Aus seinem Glauben schöpfte er Freude und die Kraft, neben seinem Berufs- und Familienleben auch zahlreiche Projekte in der St. Pöltner Dompfarre zu initiieren und durchzuführen. Bereits mit 16 Jahren war er zum ersten Mal in den Pfarrgemeinderat der Dompfarre gewählt worden. Gemeinsam mit seiner Ehefrau organisierte er seit 2005 sieben Mal eine gut besuchte Kinderbibelwoche auf dem Lilienhof sowie pfarrliche Jugendwochen und Familienrunden, seit 2007 eine Jugendmesse im Dom.

Die Seelenmesse für den Verstorbenen findet am Samstag, 14. Jänner, um 10 Uhr im St. Pöltner Dom statt.