Bischof Küng verweist auf große Verantwortung von Pädagogen

Diözesanbischof Klaus Küng betonte beim Abschlussgottesdienst des Studienjahres der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien-Krems in Krems die große Verantwortung der künftigen Lehrerinnen und Lehrer.
Es komme nicht von ungefähr, wenn Hirnforscher feststellten, dass die Gehirnentwicklung bei Kleinkindern besser sei, wenn diese Zuneigung bekommen. Umso negativer seien Streitigkeiten in der Familie, dann würde der Lernerfolg signifikant abnehmen. Verständnis und auf Jugendliche einzugehen seien daher neben den sachlichen Kenntnissen eine Grundvoraussetzung für Pädagogen. Bischof Küng: „Liebende Menschen können so viel erreichen, Lehrer sollen Bezugspersonen sein.“

Weiters sei es für Pädagogen wie für alle Menschen wichtig sich der spirituellen Quelle bewusst zu sein und „diese Quelle im Herzen zu tragen“. Dabei könne die Gottesmutter Maria helfen, die „eine große Fürsprecherin“ und „Knotenlöserin“ für allerlei Probleme sei.

Kommunikation radikal verändert

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es eine akademische Graduierungsfeier, bei der rund 60 Studierende ihre Abschlussdekrete erhielten. In seiner Festrede unterstrich KPH-Rektor Michael Wagner, dass sich die „Kommunikation radikal und einzigartig verändert“ habe, plötzlich sei ua. jeder jederzeit erreichbar. Daher stelle sich auch die Frage, wie sich das Bildungssystem ändern müsse. So gebe es keine Lehrenden mehr, sondern nur noch Lernende. Die „Idee von der Allwissenheit“ der Lehrer sei vorbei, jetzt stünde der Lernprozess im Mittelpunkt, bei dem auch Schüler vermitteln könnten. Weiters gehe es heute nicht mehr nur um Faktenwissen, zu dem man mit wenigen Mausklicks komme. Vielmehr seien heute Kompetenzen aller Art gefragt sowie die Entwicklung der Fähigkeiten der Jugendlichen. Daher müsse ein individualisierter Lernfortschritt ermöglicht werden. Außerdem sei das Motto „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ noch immer gültig: Nicht dem System solle gedient werden, Pädagogen sollten vielmehr „Schüler in ihrer Menschwerdung“ vorbereiten.

Bald 800 Studierende an der KPH

Viele der jetzigen Absolventen hätten bereits eine Anstellung im Schuldienst bekommen, so die KPH. Und es gebe weiter großes Interesse am Lehrerberuf und den entsprechenden Bedarf, „da in den nächsten Jahren eine „Pensionierungswelle bei Pädagogen“ anstehe. An der KPH Krems werden derzeit rund 630 Studierende zu Pflichtschullehrern ausgebildet – doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Für den kommenden Herbst sollen es bereits rund 800 sein. Die Kirchlich-Pädagogische Hochschule Krems-Wien ist damit die größte derartige Institution in Österreich.

Bild 1: Gottesdienst in der Kirche Krems-St. Paul.
Bild 2: Festakt an der KPH Krems.