Bischof Küng: Katechese über die Eucharistie „unerlässlich“

St. Pölten, 12.12.2012 (dsp) „Eine erneuerte, am Glauben der Kirche orientierte Katechese über die Eucharistie ist unerlässlich“, betonte Bischof Klaus Küng bei einem Vortrag über die Bedeutung der Eucharistie im 2. Vatikanischen Konzil an der Philosophisch Theologischen Hochschule St. Pölten. Das Konzil habe in der Liturgiekonstitution „Sacrosactum Concilium“ und in der Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ diesen Glauben dargelegt, die Mitwirkung der Gläubigen verdeutlicht und die Eucharistiefeier als Höhepunkt und Quelle allen kirchlichen Tuns und Lebens neu bewusst gemacht. Diese Erneuerung der Katechese über die Eucharistie müsse vor allem in der Ausbildung der Priester, Religionslehrer und aller, die einen Verkündigungsauftrag wahrnehmen, ansetzen.
Besondere Aufmerksamkeit gelte dabei dem, was das Konzil mit „voller, tätiger Teilnahme am liturgischen Leben“ gemeint hat, so Bischof Küng. Es zähle dabei in erster Linie die innere Teilnahme „im meditativen Nachvollzug und im Gebet“. Das Konzil habe den Wunsch gehabt, „dass die Texte verbessert und die Zeichen vereinfacht und für das heutige Empfinden leichter verständlich werden“, damit das Volk Gottes sie möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern könne, wie Küng ausführte. Dieser innere Mitvollzug gebe allem äußeren Mitwirken überhaupt erst den wahren Sinn. Papst Benedikt XVI. habe deshalb die notwendige gemeinsame Verinnerlichung als „Überlebensfrage der Liturgie als Liturgie“ bezeichnet.

Fehlhaltungen in der Folge der Liturgiereform überwinden

Küng wies auf zwei „Fehlhaltungen“ in der Folge der Liturgiereform hin: Die eine sehe im 2. Vatikanischen Konzil „das Übel aller Übel“ und meine, darin die Ursache aller Fehlentwicklungen in den letzten Jahrzehnten zu erkennen. In Wirklichkeit sei das Konzil jedoch „ein prophetisches Wort am Ende des 20. Jahrhunderts und an der Schwelle einer neuen Epoche“, wie Küng betonte.
Die andere Fehlhaltung, die laut Küng überwunden werden müsse, bezeichne bereits die Wiederzulassung der alten Form des römischen Ritus als „nicht verzeihbare Todsünde“ und betrachte die bis jetzt vollzogene Liturgiereform als „non plus ultra“ ohne Möglichkeit zur Weiterentwicklung und Vertiefung. „Das stimmt so auch nicht.“
Küng wies auf eine öfter wiederholte Aussage von Papst Benedikt XVI. hin, nach der „die dringende Reform der Kirche in der Liturgie beginnt“. Das hänge damit zusammen, dass sie der Höhepunkt sei, dem alles kirchliche Tun zustrebe, und die Quelle, aus der das kirchliche Tun entspringe.

Als zentral für das Verständnis der Eucharistie bezeichnete Küng den Glauben an die „reale Gegenwart des Auferstandenen“ in der Liturgie. „Mit diesem Glauben steht und fällt die Liturgie und vor allem die Feier der Eucharistie.“ Wie Kardinal Koch siehe auch er, Küng, einen engen Zusammenhang zwischen der Krise der Liturgie und der Kirche mit einer Krise des Christusglaubens. Heutige Tendenzen zur „Entchristologisierung“ der liturgischen Gebetssprache würden auch eine „Entsakramentalisierung“ der Liturgie nach sich ziehen.

Notwendig sei als Ansatz „das gläubige Erkennen und das anbetende Tun in Liturgie und Alltag“, wie Küng abschließend sagte. In der Wiederentdeckung der mancherorts neu auflebenden eucharistischen Anbetung außerhalb der Eucharistie – sofern sie die Beziehung zur Eucharistiefeier wahre – sieht Küng eine positive Entwicklung. Die Haltung der Anbetung ist aber bei der Eucharistiefeier selber von größter Bedeutung, denn das Hochgebet sei „Anbetung schlechthin“.