900 Jahre Stift Seitenstetten: Bischof Küng betont Bedeutung für Seelsorge

Seitenstetten, 16.09.12 (dsp) „Das Mostviertel ist geprägt vom Benediktiner Seitenstetten, es war von Beginn an ein Segen für die Region“, sagte Diözesanbischof Klaus Küng beim Hauptfest zum 900-Jahr-Jubiläum. Unter den 2000 Gästen waren der kenianische Bischof Philip A.S. Anyolo, Propst Maximilian, der mit seinem Stift Herzogenburg heuer ebenfalls ein 900-Jahr-Jubiläum feiert, Sepp Winklmayr, Direktor der Pastoralen Dienste, sowie zahlreiche Ordensleute und Priester sowie Vertreter der 13 Stiftspfarren. Politische Repräsentanten waren ua. Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka und Landtagspräsident Johann Heuras.
Bischof Küng, der den Festgottesdienst zelebrierte, sei dem Stift dankbar für die Kontinuität und Stabilität, die es dem Mostviertel gebracht habe. Aber auch hier habe es schwierige Zeiten gegeben. Mit dem Glauben an Christus könnten Krisen jedoch bewältigt werden. Das Stift sei ein wichtiges Symbol für die ganze Gegend. Dies würde noch verstärkt durch die Basilika Sonntagberg, die von Seitenstetten aus gegründet wurde. Der St. Pöltner Bischof würdigte auch die Zusammenarbeit des Ordens mit der Diözese und die umfangreichen Bildungsmaßnahmen der Benediktiner: etwa das Bildungszentrum St. Benedikt, das kirchliche Jugendhaus Schacherhof oder das Haus Gennesaret für Berufungen, die sich alle in Seitenstetten befinden. Dazu kämen noch die große Bedeutung für das Schulwesen und für die Kunst in der Region.

Gutes Miteinander Kloster – Diözese betont

Besonders verwies der Bischof auf die seelsorglichen Tätigkeiten der 13 Stiftspfarren, die auch wichtig seien für die Diözese. Das Stift Seitenstetten könne außerdem besonders bedeutsam für die Neuevangelisierung werden. Trotz unruhiger Zeiten sei er – Bischof Küng – zuversichtlich. Die Sehnsucht nach Gott werde bei den Menschen früher oder später zum Durchbruch kommen, dann seien mehr Seelsorger wichtig.

Abt Berthold Heigl erklärte, es sei ein „schönes Zeichen, dass Bischof Küng zu diesem Jahrhundertfest gekommen ist“. Es gebe ein gutes Miteinander zwischen Diözese und Stift in der Seelsorge und bei den Bildungseinrichtungen. Abt Berthold teilte auch mit, dass die Kollekte an Bischof Anyolo ging, mit dem das Stift seit Jahrzehnten befreundet ist. Damit werden schulische Projekte sowie Waisen in seiner kenianischen Diözese Homa Bay unterstützt. Der Seitenstettner Obere erinnerte an die zahlreichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr, insgesamt gibt und gab es rund 100 Veranstaltungen: So wurde eine neue Turnhalle eröffnet, die Ausstellung „Vierkanter Gottes“ zog enormes Interesse auf sich oder am 25. Dezember wird vom ORF ein Fernsehgottesdienst aus Seitenstetten übertragen.

Der niederösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka verwies auf die Lebendigkeit des Stifts, „hier wird nicht die Asche angebetet, sondern hier brennt das Feuer“. Neben seiner spirituellen Bedeutung wisse das Stift Seitenstetten auch um die „Pflicht der Handlungen“. Neben der Seelsorge sei dies gerade im Bereich der Bildung ersichtlich, dem Stift gehe es nicht nur Wissensvermehrung, sondern auch um „Herzensbildung“. Das Stift und seine vielen Organisationen würden den „Bildungsauftrag leben“. Das Kloster präge aber auch ein tiefes Verständnis der Kultur und zu den Wurzeln. Die vielen kulturellen Impulse ließen die Verantwortung der Benediktiner für die Heimat spüren. Außerdem bekäme man im geistigen und geistlichen Zentrum des Mostviertels Kraft und Mut zugesprochen.

Seit 1112 Mönche in Seitenstetten

Seit 1112 beten und arbeiten Mönche nach den Regeln des Heiligen Benedikt in Seitenstetten. Ein gewisser "edelfreier Mann Udiskalk von Still hat ein kleines Kloster für Mönche zu Ehren der Gottesmutter Maria auf seinem freien Eigen Stansteten errichtet", berichtet die älteste Urkunde des Stifts. Der Vierkanter des Stiftes in seiner heutigen barocken Ausformung geht auf Planungen und Ausführungen des Baumeisters Josef Munggenast von 1718 zurück und war letztlich auch Vorbild für viele bäuerliche Vierkanthöfe kleinerer Dimensionen.

Bild 1: Das Stift Seitenstetten erhielt beim Festakt ein Modell des Gebäudes. Im Bild ua. mit Bischof Klaus Küng, Bischof Philip A.S. Anyolo, Abt Berthold Heigl, NÖ-Landeshauptmann-Stv. Wolfgang Sobotka, Landtagspräsident Johann Heuras ua.
Bild 2: 2000 Gäste feierten mit den Benediktinern. Den Gottesdienst zelebrierte Bischof Klaus Küng.
Bild 3: Stift und Diözese betonen das gute Miteinander. Bild 4: Bischof Klaus Küng war Hauptzelebrant des Festgottesdienstes