900 Jahre Stift Herzogenburg: Festakt eröffnet Jubiläumsjahr

Mit einem großen Jubiläumsfest am kommenden Samstag, 21. April, startet das niederösterreichische Stift Herzogenburg in sein Jubiläumsjahr: Vor 900 Jahren wurde das Augustiner Chorherrenstift von Bischof Ulrich von Passau an der Donau bei Traismauer gegründet und schließlich im 13. Jahrhundert an seinen jetzigen Ort in Herzogenburg verlegt. Bis heute hat das Stift allen Aufhebungsversuchen widerstanden. Diese lange und für die gesamte Region des unteren Traisentals prägende Geschichte des Stiftes ist ebenso Anlass zum Feiern wie der Abschluss der jüngsten, zwölf Jahre andauernden Renovierungsarbeiten am Stift, das im 18. Jahrhundert barockisiert wurde.

Propst Maximilian Fürnsinn präsentierte im Rahmen einer Presseführung die sanierten Räume des Stiftes sowie die prunkvolle Jubiläumsausstellung "Zeitzeuge der Ewigkeit", die am kommenden Wochenende eröffnet wird und dem Besucher bis 28. Oktober die Möglichkeit bietet, die Jahrhunderte der wechselvollen Stiftsgeschichte im Zeitraffer zu durchwandern.

Höhepunkte der Ausstellung sind - neben den wertvollen spätgotischen Tafelbildern der Aggsbacher Altäre - der neu renovierte Festsaal und die Bibliothek, in der aus jedem der neun Jahrhunderte besondere Bücher präsentiert werden. Wichtig sei ihm dabei, dass das aktuelle 900-Jahr-Jubiläum "nicht so sehr als ein nur historisches Ereignis verstanden wird, sondern als Feier des immer neuen Anfangs, den Gott mit uns unternimmt", betonte Propst Fürnsinn.

Ein Besuch der Ausstellung "Zeitzeuge der Ewigkeit" ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Führungen finden täglich um 9.30, 11, 13.30 und 15 Uhr statt und dauern rund 75 Minuten.

Nuntius und Bundespräsident zu Gast

Auftakt beim Jubiläumsfest am kommenden Samstag ist ein Festgottesdienst mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zubriggen, in der Stiftskirche (Beginn: 14.30 Uhr), zu dem auch mehrere österreichische Bischöfe, die Pröpste der österreichischen Chorherrenstifte und die niederösterreichischen Äbte teilnehmen werden. Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll wird im Anschluss die Jubiläumsausstellung mit einem Rundgang eröffnen. Außerdem wird eine Sonderbriefmarke zum Stiftsjubiläum präsentiert.

Das Jubiläumsjahr weist zahlreiche weitere Höhepunkte auf, so etwa verschiedene Konzerte und monatliche Gesprächsrunden mit prominenter Besetzung. Am Mittwoch, 2. Mai, können die Herzogenburger Chorherren Bundespräsident Heinz Fischer zur ersten dieser Gesprächsrunden begrüßen. Fischer wird zuvo am Chorgebet der Ordensmänner teilnehmen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Augustinussaal. Weitere Gäste in den folgenden Monaten sind u. a. Staatsopern-Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst und der Präsident des Österreichischen Fußballbundes, Leo Windtner.

Abgeschlossen wird das Jubiläumsjahr mit einem Festgottesdienst am 28. Oktober in der Stiftskirche mit dem St. Pöltener Bischof Klaus Küng. Zuvor, am 18. Oktober, dem eigentlichen Gründungstag des Stifts, steht eine Wallfahrt nach Passau - "zu den Wurzeln" - auf dem Programm.

Renovierung pünktlich abgeschlossen

Pünktlich zum Jubiläumsjahr konnte außerdem die im Jahr 2000 begonnene, umfangreiche Renovierung des Stiftes abgeschlossen werden. Fassaden und barocke Gärten wurden ebenso originalgetreu restauriert wie die kostbaren Innenräume - angefangen von der barocken Prälatenstiege über den Festsaal, die Bibliothek bis hin zu den nun neu zugänglichen Ausstellungsräumen, in denen die Schätze des Stiftes aufbewahrt werden. Weiters wurde ein Besucherzentrum und eine Pilgerherberge errichtet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund zehn Millionen Euro, rund 30 Prozent der Finanzmittel schoss das Land Niederösterreich zu, 20 Prozent kamen vom Bund, Unterstützung kam auch von der Stadt Herzogenburg. Den Rest trägt das Stift aus Eigenmitteln.

Das Ende der Jubiläumsfeierlichkeiten ist gleichzeitig der Anfang für eine weitere noch ausstehende Aufgaben: Die Stiftskirche müsse ebenfalls renoviert werden, erklärte Propst Fürnsinn gegenüber "Kathpress". Wann mit diesem Projekt begonnen werden kann, stehe derzeit noch nicht fest. Weitere Zukunftsprojekte seien die Neuordnung der zum Stift gehörenden 14 Pfarren sowie eine Stärkung des Stiftes als Ort des Dialogs zwischen Glaube und Gesellschaft. Konkret wolle man zukünftig etwa regelmäßige Dialogforen einrichten, kündigte Propst Fürnsinn an.

KAP