Weltmissionstag: Wohlhabende Katholiken sammeln für arme

Mehr als 1.100 der weltweit 2.500 Diözesen der katholischen Kirche befinden sich in den ärmsten Ländern der Welt. Die „Missio“-Sammlung am Weltmissionssonntag am 23. Oktober in allen Diözesen der Welt ermöglicht ihnen die pastorale und soziale Arbeit durch Zusicherung eines „Existenzminimums“.
In Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien fehlt es den Kirchen oft am Notwendigsten, um den Glauben weitergeben und den Menschen helfen zu können. Und das obwohl die Kirche die erste Anlaufstelle für Menschen in Not ist. Sie gibt Nahrung, medizinische Versorgung und Zugang zu Bildung.

Jugendaktion

Im gesamten Oktober, dem Monat der Weltmission, findet die "Jugendaktion 2011" statt: Tausende österreichische Jugendliche bieten in Pfarren und Schulen fair gehandelte Produkte gegen Spenden an und unterstützen so den fairen Handel. Der Reinerlös der köstlichen Schoko-Pralinen und Erdnüsse kommt Jugend-Projekten in Nicaragua im Kongo, in Kolumbien und einem Jugendaustausch mit Indien zugute.

Mit der diesjährigen "Kinderaktion" werden zwei Projekte in Nicaragua gefördert: Ein Schulprojekt und "Radio San Pedro - Kinder machen Radio". Der Sender bringt neben der Verkündigung des Evangeliums auch die alltäglichen Probleme der Kinder und Jugendlichen zur Sprache. Missio hilft bei der Modernisierung der Radiostation.

Beispielland Nicaragua

Jedes Jahr dient ein Land als Beispiel für die weltweite kirchliche Arbeit. 2011 ist es Nicaragua. Nicaragua gilt als das ärmste Land in Lateinamerika und ist eines der ärmsten weltweit. Das „Land der tausend Vulkane“ kämpft mit einer hohen Analphabetenrate und einer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich. Daher setzt sich die Kirche vor Ort besonders für Bildungsprojekte ein, sei es im Bereich der Erwachsenenbildung oder bei der Schulerziehung. Da es kaum Arbeit gibt, wandern viele Nicaraguaner aus - in die USA oder nach Costa Rica. Das Geld, das sie dort verdienen, schicken sie an ihre zurückgebliebene Familie. Diese können oft nur so überleben. „Viele Kinder müssen sogar auf Müllhalden nach Brauchbarem suchen“, berichtet Sarah Ingram.

Die 46-jährige Katechistin präsentierte in zahlreichen Vorträgen in der ganzen Diözese St. Pölten ihr Heimatland Nicaragua. In dem überwiegend katholischen Land gibt es eine enthusiastische Kirche, in der sich zahlreiche Jugendliche engagieren. Da es relativ wenige Priester gibt – rund die Hälfte kommt aus dem Ausland -, übernehmen die vielen Katechisten wichtige Aufgaben: Sie besuchen Häftlinge, betreuen alte Menschen, geben Religionsunterricht oder betreiben kleine Radiostationen.

Spendenkonto:
Missio St. Pölten
BLZ: 32585
Raiffeisen-Bank
Konto-Nr.: 1203025

Bild 1:
Margot Karner (Missio St. Pölten), Katechistin Sarah Ingram und Übersetzerin Maria Engel.

Bild 2:
Sarah Ingram auf Vortragstour in St. Pölten.