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Segen "Urbi et Orbi" Highlight des ORF-Weihnachtsprogramms

Seit mehr als sieben Jahrhunderten erteilt der jeweilige Papst an den christlichen Hochfesten den Apostolischen Segen "Urbi et Orbi". Auch Benedikt XVI. wird diesen Segen für die Stadt (Rom) und die Welt heuer am Christtag wieder - von der Benediktionsloggia über den Portalen des Petersdoms aus - allen Gläubigen spenden. ORF 2 überträgt dieses Highlight des Weihnachtsfestes am 25. Dezember von 12 bis 12.35 Uhr.
Diese Übertragung hat auch eine theologische Komponente, die nicht allgemein bekannt ist: Mit dem Segen "Urbi et Orbi" ist nach katholischer Lehre allen, die ihn hören oder sehen und "guten Willens" sind, ein "vollkommener Ablass" gewährt. Früher war für diesen Gnadenakt, durch den die Sündenstrafen erlassen (nicht dagegen die Sünden selbst vergeben) werden, die physische Anwesenheit des Empfängers auf dem Platz bzw. in Sichtweite des Spenders notwendig. Seit 1967 wird der Segen auch über Radio, seit 1985 über das Fernsehen und seit 1995 auch über das Internet gültig empfangen.

Wie jedes Jahr bietet der ORF zu Weinachten und zum Jahreswechsel wieder viele Programmangebote für ein religiös interessiertes Publikum, für das die Geburt Jesu Christi mehr ist als Anlass für Geschenketausch. So ist der ORF schon bei "Licht ins Dunkel" am Heiligen Abend ab 9.05 Uhr auf ORF 2 Gastgeber für kirchliche Vertreter, die an den eigentlichen Sinn von Weihnachten erinnern werden. Live im ORF-Zentrum ist zwischen 12 und 13 Uhr Kardinal Christoph Schönborn zu Gast. Eingestreut in die - mit Unterbrechungen - bis 23.30 Uhr dauernde Sendung sind um 11, 14 und 16 Uhr Lokalprogramme der ORF-Landesstudios, in denen auch andere Diözesanbischöfe (um 11 Uhr Bischof Klaus Küng) erwartet werden.

Für "Licht ins Dunkel" richtet der ORF eine Außenstelle auf dem Stephansplatz ein. Das Friedenslicht von Bethlehem wird entzündet und ins ORF-Zentrum gebracht.

Eine Franziskanerin in Kasachstan

Eine der Unterbrechungen von "Licht ins Dunkel" ist um 19.45 Uhr die Sendung "FeierAbend". Porträtiert wird die österreichische Franziskanerin Sr. Johanna, die vor fünf Jahren die Koffer packte und nach Kasachstan aufbrach. Der Grund dafür wird in der ORF-Ankündigung so beschrieben: Eines Tages hatte die heute 37-Jährige das Gefühl, in ihrem Job als Lehrerin an der Kindergartenschule in Salzburg "auf der falschen Seite" zu sein. Heute lebt Sr. Johanna viel weniger gemütlich mit einer weiteren Schwester in einem abgelegenen Dorf am östlichen Rand Europas in einer bis in die 1980er Jahre rein deutschsprachigen kasachischen Enklave. Die beiden Ordensfrauen wollen den perspektivearmen Menschen, besonders den Kindern und Jugendlichen, "zeigen, dass ihr Dorf nicht gottverlassen ist", heißt es.

Bereits um 19 Uhr ist in ORF 2 die evangelische Christvesper aus der Peter-und-Paul-Kirche in Schladming zu sehen.

An das in ärmlicher Umgebung geborene Christuskind erinnert ein "kreuz & quer spezial" über Bettler. Ab 23.30 Uhr stehen am Heiligen Abend in ORF 2 jene 1.000 bis 1.500 Menschen in Österreich im Mittelpunkt, die ihr Einkommen aus der Mildtätigkeit ihrer Mitbürger beziehen. Überwiegend sind es Roma aus Osteuropa, die so ihre Not lindern wollen, jedoch zunehmend aus den österreichischen Städten verdrängt werden, so die Sendungsankündigung. Die Sendungsmacher begleiten die Bettler bei ihrem harten Job auf der Straße, zeigen deren Heimat und werfen die Frage auf, warum das Bitten um Unterstützung für viele zum Ärgernis wird.

Christmette mit Papst wieder zeitversetzt

Ein Fixpunkt im Weihnachtsprogramm ist die katholische Christmette mit Papst Benedikt XVI. Die im Petersdom in Rom bereits um 22 Uhr gefeierte Mette wird auf ORF 2 wie im Vorjahr zeitversetzt ab Mitternacht ausgestrahlt.

Der neue Informations- und Kultursender "ORF III" widmet sich am Heiligen Abend dem populärsten Weihnachtslied: Um 22.40 Uhr in einer Doku aus der Reihe "kreuz & quer" über die "wahre Entstehungsgeschichte von 'Stille Nacht'", danach um 23.50 Uhr mit dem Spielfilm "Das ewige Lied" mit Tobias Moretti als Joseph Mohr und Heio von Stetten als Franz Gruber, die am 24. Dezember 1818 erstmals "Stille Nacht, heilige Nacht" in der Kirche von Oberndorf in Salzburg erklingen ließen.

Die katholische Festmesse am Christtag wird ab 10.45 Uhr in ORF 2 aus dem Münster "Unserer Lieben Frau" in Freiburg/Breisgau übertragen. Es zelebriert der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch.

Erinnerung an Ankündigung des Konzils

Der "FeierAbend" um 19.52 Uhr in ORF 2 nimmt einen kirchengeschichtlich höchst einflussreichen Appell von Johannes XXIII. auf: "Coraggio, coraggio - habt Mut!", so der Roncalli-Papst am 25. Dezember vor genau 50 Jahren bei seiner Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Über die damit beginnende Ära der Weltoffenheit, Dialogbereitschaft und Toleranz in der römisch-katholischen Kirche äußert sich der Luzerner Bibelwissenschaftler Walter Kirchschläger, Sohn des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger.

Am Stephanitag steht "FeierAbend" (19.52 Uhr, ORF 2) im Zeichen der Musik: Es geht um das Projekt "MoZuluArt", das der österreichische Musiker Roland Guggenbichler gemeinsam mit drei afrikanischen Musikern gründete. Mozart-Kompositionen werden dabei mit traditionellen Zulu-Klängen kombiniert.

ORF III bringt am Festtag des ersten christlichen Märtyrers Stephanus um 20.15 Uhr eine Dokumentation des bekannten Wiener Filmemachers Ulrich Seidl: Für "Jesus du weißt" hat er sechs Menschen in außergewöhnlichen Lebenssituationen zu ihrem Gottesbild befragt und auch beim Beten gefilmt.

Schließlich ein TV-Ausblick auf den Silvesterabend: Um 19.48 Uhr spricht Kardinal Christoph Schönborn in ORF 2 zum Jahreswechsel.

Weihnachtsansprachen der Bischöfe in Ö 2

Auch in den ORF-Radioprogrammen findet sich viel "Weihnachtliches". Im Regionalradioprogramm Ö 2 sind am späten Nachmittag bzw. frühen Abend des 24. Dezember die Weihnachtsansprachen österreichischer Diözesanbischöfe zu hören. Bischof Klaus Küng spricht um 17.05 auf Radio Niederösterreich.

Ö1 bietet am Heiligen Abend ab 22.30 Uhr unter dem Titel "Es war, als hätt' der Himmel ..." weihnachtliche Musik abseits von Abgegriffenem wie "Last Christmas": Zu hören sind Werke von Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart, Mahalia Jackson, Duke Ellington und vielen anderen.

Am Christtag kommt Kardinal Christoph Schönborn in der Ö1-Reihe "Erfüllte Zeit" mit Gedanken zum Johannes-Prolog (Joh 1,1-18) zu Wort.