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Josef Grubner als Familienverbands-Vorsitzender wiedergewählt

„Wir werden weiter eine starke Stimme für die Familien in Niederösterreich sein“, betonte OStR Dr. Josef Grubner, der bei der 58. Jahreshauptversammlung des Katholischen Familienverbandes (KFV) der Diözese St. Pölten am 22. Oktober in Euratsfeld als Vorsitzender einstimmig wiedergewählt wurde.
Für die nächsten drei Jahre gebe es drei Schwerpunkte: So wolle der KFV eine ideelle und finanzielle Aufwertung der Tagesmütter erreichen. „Diese familienergänzende Institution muss bestmöglich aufgewertet werden“, so Grubner. Weiters werde die Vorstellung des Familienverband-Bildungskonzeptes „Bildung JETZT!“ forciert. Nachdem es bei allen Landtagsparteien hohe Zustimmung dafür gebe, fordert der KFV jetzt einen Bildungsgipfel für Niederösterreich. Außerdem will Diözesanvorsitzender Grubner den Kontakt zu den örtlichen Familien-Pfarrreferenten weiter ausbauen.

Beim Gottesdienst in der Pfarrkirche von Euratsfeld, wo der Katholische Familienverband besonders viele Mitgliederfamilien hat, würdigte Diözesan- und „Familien“-Bischof Klaus Küng die Arbeit des KFV. Für die Gesellschaft sei es eine große Herausforderung, dass es immer weniger Kinder in Österreich gibt. Es sei daher wichtig, dass die Familien gesellschaftlichen Halt bekämen - und „der Katholische Familienverband schaut auf deren Wohlergehen“. Bischof Küng verwies auch auf die religiöse Dimension: Die Familie sei quasi die erste Hauskirche. Wenn Familien bemüht sind nach dem Evangelium zu leben, übertrage sich das meist auf die nächste Generation.

„Macht der Medien. Keine Chance für Mama und Papa?“

Auf den radikalen Wandel in der Medienlandschaft wies Robert Ziegler, stellvertretender Chefredakteur des ORF Niederösterreich, in seinem Referat hin. Während Medien wie Zeitungen, Radio und Fernsehen unverändert häufig genutzt werden, seien sie in den letzten Jahren um den zunehmenden Gebrauch der Neuen Medien ergänzt worden. Ein Familienleben sei ohne die einzelnen Medien keine Sekunde mehr vorstellbar, so der achtfache Familienverater. „Die Kommunikationsexplosion in den letzten Jahren hat jedoch zu einer Kommunikationsreduktion bei den direkten zwischenmenschlichen Begegnungen geführt“, sagte Ziegler. Hier seien insbesondere Eltern gefordert, sich um die regelmäßig stattfindenden Gespräche mit den Kindern zu bemühen. Die sozialen Netzwerke im Internet hätten eine neue Kultur entstehen lassen und würden den Anspruch erheben, eine Gemeinschaft zu ermöglichen, wie sie es in früheren Zeiten nur durch Familien, Dorf- und Schulgemeinschaften der Fall war. Die Menschen würden diese sozialen Netzwerke nutzen, um Gefühle und Erfahrungen auszutauschen in der Hoffnung, dass jemand reagiert. Erfahrungen von Gemeinschaft seien essenziell, da sonst die Gefahr einer Vereinsamung bestehe. „Es darf aber dabei dennoch nicht übersehen werden, dass das Internet ein Ersatz-Medium ist, bei dem diese Kontakte immer über eine gewisse Distanz funktionieren. Gerade auch in Familien lohne es sich aber, für diese direkten menschlichen Beziehungen zu kämpfen und diese zu pflegen“, so der ORF-Journalist. „Nur in der direkten Auseinandersetzung miteinander findet eine Versöhnung, ein wirkliche Problemlösung statt.“

Die zeitweise Überforderung der Kinder und Jugendlichen durch Medien könnten Eltern am besten entgegenwirken, indem sie ernsthaftes Interesse am Handeln ihrer Kinder zeigten und selber lernten, mit den Medien verantwortungsvoll umzugehen. „Das ist sowohl wichtig, um Kinder vor für sie ungeeigneten Inhalten zu schützen, aber auch um sie davor abzuhalten, zu viel private Informationen über sich preiszugeben, die andere missbräuchlich verwenden könnten“, so Ziegler.

Das neue Präsidium

Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Familienverbandes wurde DI Dr. Walter Feninger wiedergewählt. Feninger, Jahrgang 1949, ist in Nöchling im kleinen Yspertal aufgewachsen. Feninger, der Technische Chemie an der TU Wien studierte, engagierte sich u.a. als Generalsekretär der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten sowie im Vorstand der Emmausgemeinschaft. Feninger arbeitet seit 30 Jahren im Vorstand des Familienverbandes mit, seit 2002 ist er stellvertretender Vorsitzender.

Das Präsidium vervollständigen Mag. Petra Riediger–Ettlinger, Angestellte aus St. Pölten, Franziska Schaberger, Hauptschullehrerin aus Hafnerbach, und Oberst Mag. Herbert Walzer aus Krems. Im Vorstand verbleiben Elisabeth Heiß, Lehrerin aus Rainfeld, Helga Liedlbauer, Hausfrau aus Böheimkirchen, die Kindergarten-Sonderpädagogin Christa Pfoser aus St. Pölten und Landtagsabgeordneter Dr. Martin Michalitsch. Neu im Präsidium sind „Aktion Leben“-Geschäftsstellenleiterin Sabine Müller-Melchior aus Maria Anzbach sowie die St. Pöltener Ärztin Dr. Regina Bamberger.

Biographie von Josef Grubner

OStR Dr. Josef Grubner, geboren 1947, ist seit nunmehr 15 Jahren Vorsitzender des Familienverbandes. Seine Leidenschaft gilt der Pädagogik. Er unterrichtete an Volks- und Hauptschulen im Großraum St. Pölten, von 1984 bis 2008 lehrte er an der Pädagogischen Hochschule in Wien. Zahlreiche Initiativen gehen auf den vierfachen Vater und neunfachen Großvater zurück: u.a. die Einführung des Leih-Oma-Dienstes zur Unterstützung berufstätiger Eltern, ein Projekt zur Suchtvorbeugung oder regelmäßige Diskussionsabende zu aktuellen Familienthemen. So wurde vor kurzem in drei Regionen über das Bildungskonzept des Katholischen Familienverbandes informiert und diskutiert.

Fotos:
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Der neue Vorstand, mit Bischofsvikar Helmut Prader und Bischof Klaus Küng.

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Stv. ORF-Chefredakteur Robert Ziegler.

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Dechant und Hausherr Johann Berger, Irene Kernthaler-Moser, Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes Österreichs, Familienverbands-Diözesanvorsitzender Josef Grubner, Bischof Klaus Küng, Euratsfelder Bürgermeister Johann Weingartner.

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