„Initiative geht von Gott aus“

"Wie kann es sein, dass Gott Mensch wird, und das Leben in der Welt geht weiter, als wäre nichts geschehen?" Diese Frage stellte Bischof Klaus Küng in seiner Predigt am Christtag in den Raum.

Die Weihnachtsbotschaft besage, dass sich Gott selbst auf die Suche nach dem Menschen begibt, in einer ganz besonderen Weise als kleines Kind, "sodass sich ihm der Mensch ohne jede Angst nähern kann und nicht unter Druck gerät, sondern frei bleibt und ihn sicher finden kann, wenn er will". Die Initiative gehe dabei von Gott aus, so der Bischof: "Sie setzt nicht voraus, dass sich der Mensch bekehrt hat. Sie geschieht unabhängig davon und ist ein freies Angebot Gottes, das allerdings seine Gerechtigkeit nicht aufhebt."

Mit der Geburt Jesu sei ein neuer Weg eröffnet worden, "denn 30 Jahre lang hat er gewissermaßen wie wir ein gewöhnliches Leben geführt". Jesus sei das Vorbild schlechthin, "der Herr und Meister", sagte Küng: "Er zeigt uns, wie unsere Wege auf Erden in göttliche verwandelt werden können und wie wir trotz unserer Schwachheit und Fehlerhaftigkeit fähig werden, Frucht zu bringen vor Gott und den Menschen." So entstehe auch in schwierigen Zeiten Hoffnung.