„Hiphaus“ wesentlicher Bestandteil der Diözesangeschichte

„Das Bildungshaus St. Hippolyt ist wesentlicher Bestandteil der jüngeren Diözesangeschichte“, betonte Bischof Klaus Küng bei der Vesper zum Auftakt der 50-Jahr-Feier Bildungshauses am Freitagabend in St. Pölten. „Es hat für die letzten 50 Jahre einen fast symbolischen Charakter.“ Das „Hiphaus“ habe in den vergangenen Jahren eine große Bedeutung für die Entwicklung der Seelsorge gehabt, so Küng, „und das wird voraussichtlich auch in der Zukunft so sein“.
Das Bildungshaus St. Hippolyt koste die Diözese St. Pölten zwar jedes Jahr „eine Stange Geld“, aber es sei „notwendig und wichtig“, unterstrich der Bischof. Er sei „froh und dankbar, dass wir es haben“, denn das Haus sei zentral gelegen, sein Zustand hervorragend, es sei gut ausgelastet und auch „hervorragend geleitet“.
Mit dem „Hiphaus“ seien auch Hoffnungen für die Zukunft verbunden. Je nach Bedürfnissen und Situationen einer Diözese veränderten sich die Aufgaben eines diözesanen Tagungshauses, so Küng. So seien in der nächsten Zeit neben der Bildungsaufgabe „ebenso alle Bemühungen um Einkehr und Besinnung“ die zentralen Anliegen des Hauses und der ganzen Diözese.

Bildung soll zur „Entfaltung der der Gottesebenbildlichkeit“ führen

„Bei Bildung geht es wesentlich um die Aneignung eines Wissens, das es dem Menschen ermöglicht, das Leben sinnvoll zu gestalten“, betonte der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer in seiner Rede beim Festakt. „Bildung ist wesentlich auch das, was zwischen mir und den anderen, zwischen mir und dem ganz Anderen passiert.“ So bleibe jedes Verständnis von Bildung unvollständig, wenn der Mensch nicht als Bild Gottes und Bildung nicht als „Hinführung und Begleitung in der Entfaltung der Gottebenbildlichkeit“ verstanden werde, sagte der Referatsbischof der österreichischen Bischofskonferenz für Erwachsenenbildung.

Bildungsarbeit solle mithelfen, „barbarische, gott- und menschenverachtende Ideologien zu durchschauen“, so Scheuer. Ideologien seien „falsche Bilder vom Menschen und seiner Welt“. Bildung solle vielmehr jenseits von Fundamentalismus und Gleichgültigkeit zur Unterscheidung der Geister verhelfen, „zu einer Urteilskraft im persönlichen, aber auch im politischen Bereich“. Scheuer wörtlich: „Ein Gebot der Stunde ist die Unterscheidung der Geister zwischen fanatischen und zerstörerischen bzw. erlösenden und befreienden Gottesbildern, zwischen Jesus Christus und Verführern, zwischen dem Geist und dem Ungeist.“

„Forum für Begegnung und Auseinandersetzung“

Das „Hiphaus“ sei von Anfang an der zentrale Veranstaltungsraum der Diözese gewesen und solle dies auch in Zukunft sein, unterstrich Generalvikar Eduard Gruber in seinem Grußwort – „trägt es doch den Namen des Diözesanpatrons“. Das Bildungshaus möchte auch Forum sein „für Begegnung und Auseinandersetzung“, so der Generalvikar, ein Ort kirchlicher Gastfreundschaft, der für viele Gäste eine „Visitenkarte der Diözese“ sei.

Die St. Pöltner Vizebürgermeisterin Susanne Kysela lobte das Hippolythaus als „Haus der Bildung, vor allem aber Haus der guten Gespräche“. Es dürfe nicht darauf vergessen werden, „dass wir Menschen sind, die miteinander reden können und sollen – und das geschieht im Hiphaus“.
Landesrat Karl Wilfing unterstrich als Vertreter von Landeshauptmann Erwin Pröll die Bedeutung des Hauses als „Garant der Erwachsenenbildung und „wichtigen Partner für das Land“, bei dem „die Menschen im Mittelpunkt stehen“.

Der Festakt zum Jubiläum fand genau am 50. Jahrestag der Einweihung unter Beteiligung der gesamten Diözesanführung, der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft und der politischen Vertretung statt. Zugleich war es auch der 50. Todestag von Bischof Michael Memelauer, der 1959 den Grundstein für das Bildungshaus gelegt hatte. Sein Koadjutor und Nachfolger Franz Zak kam direkt vom Sterbebett Memelauers zur Einweihung des Hippolythauses – es war seine erste Amtshandlung als neuer Bischof von St. Pölten.

www.hiphaus.at