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Freier Sonntag seit zehn Jahren in der NÖ-Landesverfassung

Vor zehn Jahren erreichte eine breite Allianz einen wichtigen Etappensieg für den freien Sonntag: Damals wurde der arbeitsfreie Sonntag in die niederösterreichische Landesverfassung verankert. Außerdem wurde vor zehn Jahren die österreichweite „Allianz für den freien Sonntag gegründet“. Aus diesem Anlass feiern die katholische und evangelische Kirche am 16. Oktober mit Gewerkschaft, Wirtschaft und Parteien einen ökumenischen Gottesdienst in der Landhauskapelle St. Pölten.
Erwin Burghofer, Diözesansekretär der Katholischen ArbeitnehmerInnen-Bewegung (KAB) der Diözese St. Pölten betont: „Aus Niederösterreich und aus der Kirche kamen wichtige Impulse, um den Sonntag für die Menschen zu schützen.“ Es gebe bereits eine breit gefächerte Palette an erlaubter und (not-wendiger) Sonntagsarbeit im Fremdenverkehr oder zur Aufrechterhaltung der Grundversorgung, sodass eine weitere Ausdehnung der Ausnahmen nur mehr sehr restriktiv vorgenommen werden dürfe. Burghofer: „Viele Initiativen aus der Wirtschaft zeigen, wie verbundbar das 'hohe Gut arbeitsfreier Sonntag' ist.“

Der Weg in die NÖ-Verfassung

Die Allianzpartner unterzeichneten am 30. Mai 2001 im bischöflichen Sommerrefektorium einen Antrag an den NÖ Landtag um Aufnahme des folgenden Passus in die Landesverfassung: „Der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe ist unveräußerlicher Teil unserer Lebensbedingungen und ist daher grundsätzlich anzuerkennen und zu erhalten“. Diesem Antrag des Landtagsabgeordneten Martin Michalitsch wurde in der Landtagssitzung vom 28. Juni 2001 entsprochen und mit einstimmigem Beschluss aller vier Landtagsfraktionen der arbeitsfreie Sonntag in der NÖ Landesverfassung verankert. Eine ähnliche Vorgangsweise erfolgte auch in anderen Bundesländern.

10 Jahre Allianz für den freien Sonntag

Die permanente Aushöhlung der Arbeitsruhe am Sonntag veranlasste die KAB Eigeninitiativen zu setzen, aber auch Bündnispartner zu suchen. Diese wurden zunächst bei den Gewerkschaften und der Arbeiterkammer, aber auch in der Wirtschaftskammer gefunden. Ebenfalls von Anfang an gab es innerkirchliche Unterstützung durch Bischöfe, Katholische Aktion, Katholische Verbände und Pfarren. Bald schlossen sich auch andere Religionsgemeinschaften diesem Anliegen an, und schließlich stießen noch Vereine dazu, die eine Einschränkung ihrer Vereinstätigkeit befürchteten oder ideelle Bedenken hatten. Der Bogen reichte in diesem Bereich von Familienorganisationen und Elternvereinen über Hilfsorganisationen bis zu kulturellen Verbänden (z.B. Blasmusik) und Sportorganisationen. Aus dieser breiten Front für die Absicherung der Sonntagsruhe formte sich schließlich die Sonntagsallianz.

Das Thema des freien Sonntags ist mittlerweile ein europaweites Thema. Deshalb schlossen sich im Juni Gewerkschaften, Kirchen und Arbeitnehmerbewegungen in Brüssel zu einer "Europäischen Allianz für den arbeitsfreien Sonntag" zusammen. Die Gründungserklärung der Allianz beruft sich auf die in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgehaltene Forderung nach gerechten Arbeitsbedingungen.

Ökumenischer Gottesdienst
10 Jahre arbeitsfreier Sonntag in der NÖ-Landesverfassung
10 Jahre „Allianz für den freien Sonntag“
Sonntag, 16. Oktober 2011, 18 Uhr
Landhauskapelle St. Pölten
Bischofsvikar Gerhard Reitzinger und der evangelische Pfarrer Daniel Vögele stehen dem Gottesdienst vor.