Bischof Küng zu künftigen Lehrern: Nicht nur Fachwissen aneignen

Studierende sollten nach dem Wesentlichen für das eigene Leben suchen, davon würden auch andere profitieren. Daher sei es wichtig, sich während der Studienzeit nicht nur das nötige Fachwissen anzueignen, sondern „auch Ausblick zu halten für die tiefere Begründung des Lebens“. Das betonte Diözesanbischof Klaus Küng beim Eröffnungsgottesdienst zum neuen Studienjahr der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien-Krems in Krems am 18. Oktober.
Zwar gäbe es heute eine Vielzahl an „Einflüsterern“, doch bei vielen Jugendlichen habe die Orientierungslosigkeit zugenommen. Diese bräuchten Vorbilder mit Ausstrahlung und Persönlichkeiten, die Halt geben. Pädagogen stünden oft vor großen Herausforderungen, weil es in den Familien der Schüler vielfach große Probleme gäbe.

Am Festtag des Evangelisten Lukas erinnerte Bischof Küng in seiner Predigt an die Erzählung von der Aussendung der 72 Jünger. Jesus habe eben nicht nur die bekannten zwölf Apostel ausgeschickt. Auch das Zweite Vatikanische Konzil erkläre, dass nicht nur Bischöfe oder Priester die Kirche seien. Vielmehr habe jeder Getaufte und Gefirmte eine Aufgabe. Der Bischof: „An jedem Ort an dem man ist, sollte man Christ sein.“ Wir müssten erkennen, was uns Gott als unsere Aufgabe für das Leben mitgegeben habe. Lehrer hätten eine hohe Wirksamkeit für die Gesellschaft, soweit sie ihre Berufung leben.

Verdoppelung der Studierendenzahl auf 630 in zwei Jahren

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es eine akademische Feier mit der Graduierung zum Bachelor of Education, bei der 14 Studierende ihre Abschlussdekrete erhielten. In seiner Rede unterstrich Vizerektor Berger die Bedeutung des lebenslangen Lernens und die Dynamik des Wissens: „Zusätzlich zu fachlich gut ausgebildeten Lehrern bedarf es einer umfassenden Persönlichkeitsbildung. Die neuen Absolventen haben an der KPH Wien-Krems eine Ausbildung erfahren, die auch auf die Werteerziehung nach Vorbild eines christlichen Menschenbildes abstellt.“

Die meisten der jetzigen Absolventen hätten bereits eine Anstellung im Schuldienst bekommen, so die KPH. Und es gebe weiter großes Interesse am Lehrerberuf und den entsprechenden Bedarf, „da in den nächsten Jahren eine „Pensionierungswelle bei Pädagogen“ anstehe. An der KPH Krems werden derzeit rund 630 Studierende zu Pflichtschullehrern ausgebildet – doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Die Kirchlich-Pädagogische Hochschule Krems-Wien ist damit die größte derartige Institution in Österreich.

Beim Festakt wurde auch der neue Studentenseelsorger der KPH, Mag. Oreste Da Rin Fioretto, vorgestellt.