Bischof Küng: "Unterschiedliche Maßnahmen zur Strukturreform"

Erklärung von Bischof Klaus Küng zum NEWS-Interview:

In einem aktuellen Interview in der Zeitschrift "News" habe ich als einen weiten Ausblick auf die Frage, wie viele Pfarren am Ende des Erneuerungsprozesses übrigbleiben würden, mit der intuitiven Zahl „70 bis 80“ geantwortet. Da das Interview keinen Raum für detailliertere Erklärungen ließ, möchte ich das hier nachholen.
Aufgrund der aktuellen, kleinräumigen Pfarrstruktur, die im Wesentlichen noch auf die Reformen von Kaiser Joseph II. zurückzuführen ist, wird es in den nächsten Jahren in verschiedenen Regionen der Diözese zu unterschiedlichen Maßnahmen zur Strukturreform kommen. Bestimmte Pfarren sollen behutsam zusammenwachsen, wofür es laut der Rahmenordnung für den Erneuerungsprozess von 2008 zwei Modelle gibt: die sogenannte „Bildung einer neuen Pfarre“ aus mehreren kleineren Pfarren, die nahe beieinander liegen, und die Bildung von Pfarrverbänden, wo mehrere eigenständige Pfarren sich zu enger Zusammenarbeit verpflichten.

In allem ist die professionelle Begleitung durch Regionalbegleiter und Gemeindeberatung eine wichtige, unabdingbare Hilfe. Bereits jetzt werden schrittweise Pläne entwickelt, welche Pfarren in Zukunft aufgrund gemeinsamer Lebensräume und gemeinsamer Pfarrer mehr kooperieren sollen.

Wenn man auf die statistischen Zahlen der Diözese blickt – 236 von insgesamt 424 Pfarren haben weniger als 1.000 Katholiken – , wird die Notwendigkeit solcher Maßnahmen deutlich. Die Zahl von schließlich 70 bis 80 Pfarren ist dabei als Zielvorstellung eines Prozesses zu sehen, der sich über einen längeren Zeitraum hinziehen wird.“