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Werden unsere Kinder noch Christen sein?

Unsicherheit und Verzweiflung plagen viele Eltern, wenn es um die religiöse Zukunft ihrer Kinder geht. Ängstlich stellen sie die Frage, ob sie morgen noch Christen sein werden. Anton Zehetgruber, Referent der Fachstelle Beziehung Ehe und Familie im Bereich Familie der Pastoralen Dienste St. Pölten, geht diesen Fragen nach und gibt Eltern Zuversicht und Tipps, ihre Kinder besser zu verstehen. Vielen Eltern sei die Frage wichtig, weil sie das Beste für ihre Kinder wollen und Hoffnung haben, dass sie auch weiterhin aus christlicher Überzeugung leben. Dass überkommene Werte heute in Frage gestellt werden, dazu hat unter anderem auch der Modernisierungsschub beigetragen. Das postmoderne Denken frage nicht mehr nach Werten, sondern ob sich etwas bewährt habe, weist Zehetgruber hin.


Der Ausdruck des Glaubens wie auch die Gestalt der Kirche verändern sich. Jede Zeit hat ihre zeitgemäßen religiösen Formen. Einst haben die Kinder das weitergeführt und getan was die Eltern verlangten - heute bleiben viele den Gottesdiensten und der Kirche fern und stellen damit die Ideale ihrer Eltern in Frage.


Der Glaube ist nicht weniger wert


„Der Glaube der Kinder ist aber nicht weniger wert als der der Eltern, auch wenn sie nicht mehr die gewohnten traditionellen Formen verwenden“, so Zehetgruber. Weder die Vorbereitung der Erstkommunionfeier noch der Firmunterricht seien umsonst gewesen, sondern Ausdruck eines Glaubens in einer bestimmten Zeit. Dieser habe Erwachsene wie Kinder gleichermaßen angesprochen, meint er und rät den Eltern, ihre Erinnerungen nicht zerstören zu lassen. „Kinder gehen heute andere Wege“. Diese Wege seien aber auch eine Anfrage an den eigenen Glauben, meint Zehetgruber. Eltern seien dadurch neu aufgefordert, ihren eigenen Glauben zu überdenken und zu fragen was ihnen daran wirklich wichtig sei.


Jugendliche besser verstehen


Der Informationsabend soll beitragen, Jugendliche besser zu verstehen, die sich heute durch steten Kontakt mit Medien anders orientieren würden, erklärt Mag. Zehetgruber. Nicht die „Allmacht Gottes“ fasziniere heute, sondern „wo in überwältigender Weise erlebt wird, dass sich Menschen an Gott orientieren“. Gut aufbereitete Gottesdienste als „tolle Events“ mit Stimmung und Lichtinstallationen fasziniere die Jugendlichen. Darin liege auch die Chance von Jugendgottesdiensten, meint Zehetgruber. Denn Jugendliche wollen nicht diskutieren und argumentieren, sondern Faszination erleben. Und sie werden auf den Glauben aufmerksam, wenn Menschen so leben, dass in ihnen der christliche Hintergrund durchleuchte.


Zehetgruber hat einen Vergleich parat: Hat man die Milch einst in der Milchkanne geholt, so ist sie heute durch Tetrapackungen ersetzt. Und wer heute im Glauben weitergehen möchte, braucht ebenso neue und zeitgemäße Formen. Um mit den jungen Menschen in Dialog zu bleiben, muss man auf deren Gewohnheiten Rücksicht nehmen. Nur in diesem Dialog kann der Glaube auf beiden Seiten wachsen.


Werden unsere Kinder noch Christen sein?
Mit Mag. Anton Zehetgruber demnächst:
Donnerstag, 28. Februar, 19 Uhr im Stift Zwettl
Dienstag, 16. März, 19.30 Uhr im Pfarrsaal Obritzberg