"Wer den Frieden schützen will, muss die Schöpfung bewahren"

Auf ihrem Weg von Esztergom über Bratislava nach Mariazell macht die diesjährige Wallfahrt zur Bewahrung der Schöpfung am 3. September abends Station in St. Pölten. Die ökumenische Gebetsstunde im Dom um 18 Uhr, zu welcher unter anderem der griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos und der evangelische Bischof Michael Bünker erwartet werden, ist einer der Höhepunkte dieser ungewöhnlichen Initiative der Kommission für die Bewahrung der Schöpfung der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE).
Vor ihrem Eintreffen in St. Pölten werden die Teilnehmer, die aus ganz Europa stammen, bereits ein reiches Programm im Schnittbereich von Glaube, Umweltschutz und aktuellen Themen der Energie absolviert haben - so einen Besuch in einer ungarischen Biodieselfabrik oder ein Workshop zum Thema "Wasser" auf der Donau zwischen Esztergom und Bratislava. Nach St. Pölten geht es für die Teilnehmer am nächsten Tag weiter mit dem Zug zum Erlaufsee und dann zu Fuß nach Mariazell, wo die Pilgerfahrt bei einem Gebet mit Bischof Egon Kapellari und einer Messe mit Kardinal Christoph Schönborn ihren Abschluss findet.


"Zeit der Schöpfung" thematisiert "Katastrophenjahr" 2010


Das "Katastrophenjahr" 2010 ist Thema der "Zeit der Schöpfung", die in den christlichen Kirchen vom "Schöpfungstag", dem 1. September, bis zum 4. Oktober, dem Festtag des heiligen Franz von Assisi, begangen wird. Diese "Schöpfungszeit" solle für Nachhaltigkeit in Theorie und Praxis genutzt werden, heißt es in einem Appell der "ARGE Schöpfungsverantwortung". Es gelte sich das Ausmaß der ökologischen Krise und der zunehmenden Naturkatastrophen vor Augen zu halten, von warnenden Fachleuten aus Wissenschaft und Forschung zu lernen und auch seine eigene Lebensweise auf Nachhaltigkeit zu überprüfen.


Den Auftakt zur "Zeit der Schöpfung" bilden Veranstaltungen am 1. September, der inhaltlich dem diesjährigen UNO-Jahr der Biodiversität gewidmet ist. "Was uns leben lässt", soll am Beispiel der Bienen von 11 bis 17 Uhr am Wiener Stephansplatz mit fachkundiger Information durch den Imker Christoph Zahlingen aufgezeigt werden. Eine "Schöpfungsvesper" um 17.30 Uhr in der Franziskanerkirche (Wien 1., Franziskanerplatz 4) mit dem Abt des Prämonstratenserstiftes Geras, Michael Karl Prohazka, setzt einen liturgischen Akzent.


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