„Was ich nicht kenne, kann ich auch nicht vermitteln“

Die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) schlägt am Campus Krems neue Wege in der Lehrer-Ausbildung ein. Durch Kooperationen mit dem Benediktinerstift Göttweig und Einrichtungen der Diözese St. Pölten soll den angehenden Lehrerinnen und Lehrern vor allem das tiefe Lebenswissen des Christentums aus der Praxis heraus beigebracht werden. „Was ich nicht kenne, kann ich nicht vermitteln“, sagte Abt Columban Luser bei einem Pressegespräch im Stift Göttweig. Zwei Tage lang pro Ausbildungslehrgang werden Abt Columban, Prior Maximilian Krenn, P. Johannes Paul Abrahamowicz und P. Christian Gimbel sich für die Studieren Zeit nehmen, um ihnen „christliche Lebensbilder und religiöse Prägekräfte“ zu vermitteln.“Es geht um die großen Themen Glaube und Leben“, erklärt Prior Maximilian, um eine Begegnung mit dem konkreten christlichen Leben.“


Die meisten Studierenden kennen klösterliches Leben und benediktinische Spiritualität nur vom Hörensagen. Deswegen sei die persönliche Begegnung so wichtig, damit sie die Erfahrungen „auf ihr eigenes Leben reflektieren“ können, so der Prior. Es gehe auch um das Kirchenbild: „Viele haben Vorstellungen, die erst mit der Realität in Berührung kommen müssen. Hier erleben sie das.“ Die Göttweiger können durch ihr Jugendhaus schon auf einige Erfahrung zurückgreifen. Krenn: „Begegnung kann etwas öffnen. Da ist ein Mensch, nicht nur die Organisation Kirche.“


Initiator des österreichweit einmaligen Projektes ist Institutsleiter Johann Resch. Der für die Lehrerausbildung am Campus Krems zuständige Pädagoge möchte die im Ausbildungsmodul „Zentrale Aspekte von Religion und Religiosität“ angesprochenen Inhalte „mit neuen Zugängen für eine ganze angehende Lehrergeneration spür- und erfahrbar machen“. Prof. Resch konnte unterschiedlichste religionspädagogische Persönlichkeiten der Diözese St. Pölten für das Projekt gewinnen: neben den Benediktinern von Göttweig unter anderen Lucia Deinhofer, Bereichsleiterin für Kinder und Jugend bei den Pastoralen Diensten, Peter Haslwanter vom Katholischen Bildungswerk (KBW) und Diakon Peter Zidar, HAK-Religionslehrer und KBW-Referent.


"Lebendige Seite" von Religion kennen lernen


In jeweils zwei Ganztagsblöcken werden im Stift Göttweig, im Bildungshaus St. Hippolyt, im Priesterseminar St. Pölten aber auch am Campus Krems den Studierenden „die lebendige Seite unserer christlichen Religion an Beispielen unserer Diözese“ nahe gebracht, erklärt Ausbildungsleiter Resch. „Somit erfahren die Studierende aller Studiengänge in ihrem zweiten Ausbildungssemester nicht nur eine Begegnung mit Religionspädagogik durch ausgewählte Lehrbeauftragte, sondern durch die Lehrveranstaltungen an beeindruckenden Stätten auch eine Erfahrung mit dem Spiritus Kirche.“ In den folgenden Semestern ihres Studiums werde den zukünftigen Pflichtschullehrer/innen weiterhin zahlreiche Angebote der Hochschule für eine freiwillige religiöse Begleitung (Hochschulpastoral, regelmäßige ökumenische Gottesdienste, Wallfahrten) geboten.


Im Rahmen des neuen Projektes, sollen die Studierenden auch in Pfarren freiwillig mitarbeiten können. Diese Erfahrung soll nicht nur angehenden Religionspädagogen sondern Studenten aller Fachrichtungen ermöglicht werden, wie Peter Mittmannsgruber von der KPH betont. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen bei den unterschiedlichsten Pfarraktivitäten „alles Erlernte einbringen“, wie Mittmansgruber erklärt: „Raus aus der Schule, es geht um viel Praxis.“


Foto: P. Johannes Paul Abrahamovicz, Institutsleiter Johann Resch, Abt Columban Luser, Peter Mittmannsgruber, Prior Maximilian Krenn, Fachinspektor Ernst Merkinger, P. Christian Gimbel.
Die Referenten mit Studentinnen der KPH.