Voneinander lernen

Vom 4. bis 24 Juli veranstaltet die Universität Wien zum zweiten Mal die „Vienna International Christian-Islamic Summer University“ im Benediktinerkloster Stift Altenburg bei Horn. 46 christliche und muslimische Studierende der Theologie, der Rechtswissenschaften und der Sozialwissenschaften aus Bosnien-Herzegowina, Iran, Kasachstan, Kamerun, Marokko, Pakistan, Indonesien, Malaysia, England, USA, Rumänien, Saudi-Arabien, Türkei und Österreich kommen im Rahmen der Sommeruniversität drei Wochen lang zusammen, um sich mit den Grundzügen, Perspektiven und Aspekten des interreligiösen Dialogs zwischen Christentum und Islam auseinanderzusetzen. Dabei spielen theologische Perspektiven genauso eine Rolle wie rechts- und sozialwissenschaftliche Sichtweisen.
„Nach dem großen Erfolg der Sommeruniversität 2008 sind wir sehr froh, dass dieses wichtige Begegnungsprojekt ein zweites Mal zustande gekommen ist“, sagt Irmgard Marboe, Professorin für Völkerrecht an der Universität Wien und Direktorin der Sommeruniversität. Es konnten diesmal sogar mehr Studierende eingeladen werden als beim letzten Mal. Das bedeutete allerdings auch eine Veränderung der Unterrichtsmethoden. Neben den Vorlesungen gibt es am Nachmittag kleinere Arbeitsgruppen, in denen besser diskutiert werden kann.
Die Vorlesungen behandeln Themen wie das Verhältnis von Religion und Staat, Frauenrechte, Minderheitenrechte, soziale Rechte, Pluralismus und Fragen des islamischen Familien- und Strafrechts in der Praxis. Der Schwerpunkt liegt einerseits auf der Wissensvermittlung über Christentum, Islam und Recht, andererseits auch in der Begegnung und Diskussion. „Dabei sollen die Studierenden vor allem auch voneinander lernen“, erklärt Marboe.


Das Rahmenprogramm umfasst Exkursionen unter anderem nach Wien und Melk. Am 11. Juli lädt das Stift Altenburg zum „Sommerfest“ aus Anlass der Sommeruniversität ein. Den Abschluss bilden die feierliche Verleihung der Zeugnisse durch Vizerektor Prof. Arthur Mettinger sowie ein Empfang im Wiener Rathaus auf Einladung des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl.


Die Sommeruniversität ist ein „Spin-off“ des „Vienna International Christian-Islamic Round Table“, der von Prof. Andreas Bsteh vom Religionstheologischen Institut St. Gabriel ins Leben gerufen wurde, und an dem Expertinnen und Experten der Rechtswissenschaften, Theologie und Sozialwissenschaften teilnahmen, um aktuelle Probleme einer globalisierten Welt aus islamischer und christlicher Sicht zu diskutieren.