Ministrantentag 2019
Bischof beim Minitag 2019
Pfarrfestsaison
Weihbischof Anton Leichtfried bei der Karfreitagsliturgie
Familien
Ferien-Kinderlager
Pilgern im Sommer
 
 

Vom Kinderrätsel bis zum Labyrinth

Der milde Frühsommerabend lud in und um St. Pölten nicht nur die Erwachsenen, sondern auch Familien und Kinder zum Start in die Lange Nacht der Kirchen ein. Bei noch strahlendem Sonnenschein gab es Spiel- und Rätselangebote für Groß und Klein. In der Franziskanerkirche machten sich die Knirpse auf den Weg, die Zahl der Fenster zu erkunden oder den Namen des Pfarrers zu erfragen. Und in der Domkirche versuchten die Kinder Symbole zu entdecken und zu ergründen. Die Domkirche barg Geheimnisse, die vielen unbekannt waren und die die Kinder mit Kathrin Hahn erkunden konnten. Gleich eine ganz Schar versammelten sich, um dem „flammenden Herzen“ oder dem Symbol des Hippolyt auf die Spur zu kommen. Sie waren eifrig bei der Sache und bekamen so manches Wissen mit. Zum Abschluss suchten sich jedes Kind sein eigenes Symbol, das es sich selbst auf Papier drucken und mit nach Hausen nehmen konnte.


Information, Besinnung und Kunst


Es waren Erwachsene, die sich über die wechselvolle Geschichte des Gründers der methodistischen Kirche, John Wesley und seiner Kirche informierten. Eher still und ruhig mit meditativen Gesängen bot das Herz-Jesu Kloster Gelegenheit, sich für einige Zeit zurückzuziehen.
Wer Zeit hatte, konnte das Diözesanmuseum mit der aktuellen Sonderausstellung über Jakob Prandtauer in Ruhe genießen. Und in der Kapelle des Priesterseminars hielt Weihbischof Anton Leichtfried eine Kapellenführung der anderen Art. Nicht kunsthistorisches Interesse bewegte ihn und die zahlreichen Besucher, sondern der geistliche Hintergrund von Tabernakel und Kreuz und ihre Ausdruckskraft. Ein Ensemble des Konservatoriums für Kirchenmusik umrahmte die Ausführungen.


Bischof stellte sich den Fragen


Bischof Klaus Küng stellte sich den Fragen der Besucher, was diese auch reichlich nutzten. In den Anfragen ging es um die Zukunft der Kirche, das zunehmende Desinteresse der Jugend und Fragen, was die Kirche dagegen tun könne.
Durch den Einbruch der religiösen Praxis sei eine völlig neue Situation entstanden, stellte der Bischof fest. Nur etwa 14 Prozent der Getauften in der Diözese seien „praktizierende Gläubige“, in der Stadt gar nur 6 bis 7 Prozent, wies er hin. Nur mehr drei von 20 Kindern können ein Kreuzzeichen und das Vater Unser beten, berichtet Bischof Küng. Das Problem unserer Zeit sei, so der Bischof, dass Kinder in der Familie keine religiöse Praxis lernen und kaum in eine Kirche kommen. Er sehe den einzigen Weg über die Familie, unterstrich der Bischof im Gespräch. Gerade die Familie sei die wichtigste Schule des Lebens und Ressource für die ganze Gesellschaft wie für die Kirche. Eine Pfarre der Zukunft müsse ein noch klareres Profil bekommen, erklärte Bischof Küng. Sie werde Heimat sein müssen für die Glaubenden und für jene, die auf der Suche sind.


Lagerfeuer und Lichterlabyrinth


„Feuer und Flamme, lebendiges Licht, komm Heiliger Geist, der die Nacht durchbricht“ klang es durch den nächtlichen Kapitelgarten hinter dem Dom. Im „Fußballkäfig“, gleichsam im Schatten des Domes, haben Jugendliche zum abendlichen Gebet am Lagerfeuer geladen. Auch Bischof Klaus Küng nahm zur Freude der Jugendlichen daran teil.
Über 700 Kerzen haben die Helfer der Pfarre Stattersdorf-Harland auf der Pfarrwiese aufgelegt und damit ein riesiges Lichterlabyrinth geschaffen, das viele Menschen anlockte. Bei meditativer Musik lud es ein: Komm zur Mitte und lass dich verändern. Viele Menschen gingen in Gruppen, einzeln und manche sogar ein zweites Mal den Weg des Labyrinths.


Weitere Berichte von der "Langen Nacht der Kirchen":
„Wir zeigen unsere Schätze und teilen sie“
Vom Rock-Konzert bis zu sinn-reicher Kirchenführung