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Turnovszky: „Es geht um glaubwürdige Zeugen“

Es gebe verschiedene Formen der Weitergabe des Glaubens an Kinder und Jugendliche, „es geht dabei aber immer um glaubwürdige Zeugen“, betonte der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky beim diesjährigen „Forum Ostarrichi“ zum Thema „Werden sie noch glauben?“ in Neuhofen/Ybbs. Nur in der Begegnung mit Jesus Christus werde der Glaube „geboren“, daher seien Zeugnisse von gläubigen Menschen, „die selbst dem Auferstandenen begegnet sind“ für Kinder und Jugendliche wichtig.
Bei der Veranstaltung des Katholischen Laienrates wurde auch der für die Laien zuständige Referatsbischof Paul Iby geehrt und mit „standing ovations“ verabschiedet.
„Jugendbischof“ Turnovszky stellte die Frage, welche Werte die Kirche den nächsten Generationen anbiete, „so dass sie den Glauben annehmen“. Moralische Werte seien zwar sehr wichtig, würden aber bei Jugendlichen nichts zur Weitergabe des Glaubens beitragen. „Nur“ ein guter Mensch zu sein ohne sichtbaren Glauben werde nicht bewirken, dass „der Funke des Glaubens überspringt“, sagte Turnovszky. So sei die gleiche Würde aller Menschen zwar die Basis unserer Gesellschaft, die Demokratie könne diesen Wert jedoch nicht aus sich selbst hervorbringen, „sehr wohl aber der Glaube“.


Die Bedeutung von Glaubenszeugen sei durchaus neu, wie der Weihbischof ausführte, da die Weitergabe des Glaubens in den letzten Jahrhunderten durch den „sozialen Katechumenat“ erfolgte: „Die Kinder sind in den Glauben hineingewachsen, indem sie religiös sozialisiert wurden.“ In der „Volkskirche“ habe sich die Frage nach der persönlichen religiösen Überzeugung nicht gestellt, so Turnovszky. Die Menschen seien in die Gemeinschaft der Kirche hineingeboren worden und lebten in ihr. „Das ist vorbei“, sagte Turnovszky, „aber was kommen wird, sehen wir noch nicht so scharf. Wir sind diese soziale Form der Kirche immer noch gewohnt, deswegen fällt uns der Abschied von ihr so schwer.“


Freie Entscheidung braucht Vorbilder


Heute sei die persönliche Glaubensüberzeugung deswegen so wichtig, „weil wir frei entscheiden können“, erklärte Turnovszky: „Menschen, sie sich entscheiden können, suchen Menschen die sich entschieden haben.“ Die eigene persönliche Überzeugung könne andere Menschen zu Christus führen, jedoch ohne Bindung an die Person, ohne „Guru“, wie der Jugendbischof betonte. Der „Respekt vor der unbedingten Freiheit“ des anderen sei eine Grundlage der Glaubenweitergabe, da nur aus der Freiheit die Liebe wachsen könne.


Für die Weitergabe des Glaubens in der heutigen Zeit nannte Turnovszky drei wesentliche Punkte: das katholische „Kerngeschäft“ wie die Sakramente und das Gebet, die Begegnung mit Christus in den Armen und so genannte „Lebensschulen“.
„Es sind nicht wenige Jugendliche, die die Eucharistie und die Befreiung in der Beichte suchen“, unterstrich Turnovszky. Sakramente und Gebet würden eine große Zahl von Jugendlichen ansprechen, die jedoch mehrheitlich in Gemeinschaften und Erneuerungsbewegungen zu finden seien. Die Pfarren seien meist zu klein, dass sich eine „kritische Masse“ an Jugendlichen bilden könnte.


Die Begegnung mit Christus in den Armen könnten Jugendlich in der Mitarbeit bei den sozialen Projekten von P. Georg Sporschill erfahren, dessen Rumänien- und Bulgarienhilfe Turnovszky als Beispiele nannte. „Glaube wird dort explizit gemacht, wo er sichtbar wird im Dienst an den Armen.
Unter „Lebensschulen“ versteht Turnovszky die Möglichkeit für junge Menschen, eine bestimmte Zeit in christlichen Gemeinschaften mitzuarbeiten und mitzuleben. Durch das Zusammenleben könnten Jugendliche die christlichen Lebensperspektiven kennenlernen und in den Glauben hineinwachsen. Diese Aufgabe „könnte etwas für Klöster sein“, so Turnovzky.
Diese drei genannten Möglichkeiten würden „drei provokanten Themen“ der Jugendlichen entsprechen: Wahrheit, Gerechtigkeit und alternatives Leben. „religiöse Werte bringen religiöse Menschen hervor, vermittelt durch gläubige Menschen.“