Stellungnahme zur Ausstellung von Mark Rossell im Landhaus

Derzeit findet im Landhaus St. Pölten in der "Ausstellungsbrücke" eine Ausstellung des Künstlers Mark Rossell "Generator of the Heart - ein Märchen" statt. Um zwei Objekte dieser Ausstellung ist es zu Aufregung gekommen, um die sogenannten "Madonnaspuckflaschen", vor allem aber um die zentrale Installation "Die Begegnung", in welcher der Künstler auf ziemlich plakative Weise seine Erfahrungen mit Kitsch und Kommerz in Lourdes 2002 verarbeitet.


Rossell weist selber in seinem Begleitblatt darauf hin, dass er bei dieser in einen Plastiküberzug gehüllte Madonnenstatue das "pubertäre(n) Bedürfnis" gehabt habe, "sie zu beschmutzen". Wer sein eigenes Werk so beschreibt, darf sich nicht wundern, wenn es in den Medien zu sexuellen Interpretationen kommt. Bei allem Respekt vor der spirituellen Erfahrung eines Künstlers und seinem Bedürfnis, diese auch provokativ darzustellen, möchte ich betonen, daß eine solche Darstellung der Muttergottes geeignet ist, die religiösen Gefühle vieler Menschen in unserem Land, für die Maria der Inbegriff der Reinheit ist, schwer zu verletzen – unter anderem meine eigenen. Das tut mir deshalb besonders Leid, weil Mark Rossell z. B. mit seiner "Madonna mit Rosen" in unserem Bildungshaus St. Hippolyt bewiesen hat, wie sensibel er religiöse Themen einfangen kann.