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Schubkraft für die geistliche Erneuerung

Obwohl in Stanz in Tirol geboren, „gehört Jakob Prandtauer ganz zur Diözese St. Pölten“, sagte Bischof Klaus Küng bei der Eröffnung der diesjährigen Sonderausstellung „Jakob Prandtauer – Planen und Bauen im Dienst der Kirche“ im Diözesanmuseum St. Pölten: „Man begegnet ihm in unserer Diözese auf Schritt und Tritt.“ Anlass, das kirchlich beauftragte Schaffen eines der bedeutendsten österreichischen Barockbaumeister zu dokumentieren, ist der Geburtstag Prandtauers vor 350 Jahren.


Der Baustil des Barocks erkläre sich aus dem „Aufatmen des Landes“ nach dem 30-jährigen Krieg und der Türkenbedrohung, so Bischof Küng. Bei aller Größe zeige das Barock aber auch eine „inhaltsreiche Liebe zum Detail“: Die Liebe zum Glauben, zur Heilsgeschichte und zur Bibel werde darin deutlich, erklärte Küng. Der damalige „Höhenflug in der Stimmung“ sei für uns ein „Balsam für die Seele“, da „dieser Optimismus uns heute oft fehlt“, wie Küng betonte.

Der Bischof zeigte sich beeindruckt von den zahlreichen Renovierungen von Klosteranlagen, die in den letzten Jahren möglich geworden waren. Da es ihm, Küng, „besonders um die Seele“ gehe, hoffe er, „dass die Renovierungen auch eine Schubkraft für die geistliche Erneuerung geben“.

Thema der Sonderausstellung sind die Sakralbauten des Barockbaumeisters, wie der Direktor des Diözesanmuseums, Wolfgang Huber, erklärte. Prandtauer sei ein tatkräftiger Bauunternehmer – „durchaus im modernen Sinn“ – gewesen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Baugewerbe und die Rolle des Baumeisters würden im Diözesanmuseum „erstmals umfassend dargestellt“, betonte Huber. Ausgehend von neuesten Forschungsergebnissen dokumentiere die Ausstellung nicht nur Pläne, sondern auch den damaligen Stand der Bautechnik, die verwendeten Baumaterialien sowie die soziale Situation der Bauberufe.

Melk und Herzogenburg im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Großprojekte Melk, als Beispiel einer Umgestaltung, und Herzogenburg, als Beispiel eines vollständigen Neubaus, wie Kuratorin Huberta Weigl ausführte. Pläne, alte Ansichten, Fotos und schriftliche Dokumente beleuchten die Tätigkeit Jakob Prandtauers bei weiteren Großprojekten wie den Stiften Garsten, St. Florian, Kremsmünster und Dürnstein. Weiters sind seine nicht realisierten Planungen für das Stift Klosterneuburg sowie sein Wirken im Auftrag der St. Pöltner Klöster – Augustiner Chorherren, Englische Fräulein, Karmelitinnen – zu bewundern. Darüber hinaus wird auch Prandtauers Schaffen für einzelne Pfarrgemeinden thematisiert.

Die Ausstellung würdige Prandtauer zunächst als Künstler, so Weigl. Als Baumeister sei er jedoch auch für die Anweisungen an die Handwerker sowie für die Kalkulation zuständig gewesen. Auch seien zahlreiche Besuche bei verschiedenen Baustellen dokumentiert: Allein in Melk beaufsichtigte Prandtauer die Bauarbeiten 20 Mal im Jahr direkt vor Ort, in Herzogenburg 14 Mal jährlich. Spannend seien auch die Entstehungsgeschichten der einzelnen Bauprojekte und die Rolle der Auftraggeber mit ihren Sonderwünschen. Weigl: „Manche Prälaten waren für Prandtauer sicherlich recht schwierige Bauherren.“

Die Ausstellung im Diözesanmuseum spanne den Bogen jeweils von den Entwürfen bis zu den ausgeführten Bauten: Dies solle „auch die Reiselust wecken, um die Bauwerke vor Ort zu bewundern“, betonte Weigl.

Mit der Reihe „Museums-Blickpunkte“ bietet das Diözesanmuseum an vier Tagen (25. Mai, 15. Juni, 14. September und 12. Oktober) je zwei Kurzführungen, in der ein oder mehrere Kunstwerke der Sonderausstellung gezielt vorgestellt werden. Der Eintritt ist dabei frei.

Die Öffnungszeiten der Sonderausstellung sind Dienstag bis Freitag jeweils 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie samstags 10 bis 13 Uhr.

Fotos:

- Generalvikar Eduard Gruber, Bürgermeister Matthias Stadler und Bischof Klaus Küng vor dem Portrait von Jakob Prandtauer im Diözesanmuseum

- Direktor Wolfgang Huber bei der Eröffnung im Sommerrefektorium

- Kuratorin Huberta Weigl

Diözesanmuseum