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Priester als „Hirten mit den Getauften und für sie“

Die Bedeutung des Weiheamtes als „Dienst an der Gemeinschaft“ betonte der Dogmatiker Bernhard Körner (Graz) in seinen „dogmatisch-spirituelen Perspektiven“ zum Hirtenamt des Priesters bei der Priesterstudientagung in St. Pölten und wies ein gegenseitiges Ausspielen von Amtspriestertum und allgemeinem Priestertum zurück: „Eben damit das allgemeine Priestertum Wirklichkeit werden kann, gibt es das geweihte Amt. Die Priester haben den Getauften zu dienen, damit sie das werden können, wozu sie berufen sind.“
„Unsere mitmenschlichen Beziehungen sind ein Spiegelbild unserer Gottesbeziehung“, erklärte der Linzer Jesuit P. Michael Meßner in seinen Ausführungen über "Inneres Beten - die Seele priesterlichen Lebens".
Durch ein falsches oder einseitiges Verständnis des Amtes werde der Priester zu einem „Fremdkörper im demokratischen Bewusstsein“, erklärte Körner. Priester seien jedoch nicht aus dem Volk Gottes „herausgelöst und darüber erhoben“. Vielmehr seien sie „Hirten mit den Getauften und für sie“.
Das Hirtenamt des Priesters müsse immer auf der Grundlage der „Proexistenz“ Christi ausgeübt werden, betonte Körner: Es gelte, das „Für“ Jesu Christi wirksam werden zu lassen, einerseits im Sinne von „zugunsten von jemand anderen“, andererseits auch im Sinne von „anstelle von jemand anderen“.


In der Praxis käme es immer wieder zu zwei Extremen, wie Körner veranschaulichte: Einerseits könne die Hochschätzung des Priesters zu einem übertriebenen Klerikalismus führen, andererseits gebe es auch „nivellierende Entwicklungen“. Im ersten Fall stehe „Hochwürden allein auf dem Stockerl“, im anderen Fall seien Amtsträger nur noch „ausführende Generalsekretäre“.
Einen Mittelweg habe bereits Augustinus aufgezeigt als er schrieb: „Für euch bin ich Bischof, miteuch bin ich Christ.“ Das Amt entfalte sich immer innerhalb der Communio, so Körner. Bei gleicher Würde durch die Taufe, gebe es immer unterschiedliche Kompetenzen, die jedoch im Sinne eines Dienstes verstanden werden müssten.


Der Priester werde geweiht und gesendet, damit er „in persona Christi“ handeln könne, führte Körner aus. So sei der Hirtendienst des Priesters eine „durch und durch beziehungsorientierte Größe. Körner: „Ich kann nicht für mich alleine Priester sein.“ Der Priester sei stets in Beziehung zu Christus wie zu den Menschen. Daher sei der priesterliche Dienst auch ein „beständiges Wegweisen“ von sich selbst auf Christus. Dies werde auch durch die liturgische Kleidung signalisiert. „Existentiell bedeutet das, dass ich Christus nicht im Weg stehen darf“, wies Körner auf die marianische Komponente des Hirtenamtes hin: „Ich muss transparent sein, dass er durch mich durchscheinen kann.“


Beten heißt sich öffnen und aufeinander hören


„Unsere mitmenschlichen Beziehungen sind ein Spiegelbild unserer Gottesbeziehung“. So P. Michael Meßner, Kirchenrektor der Ignatiuskirche / Alter Dom in Linz und Superior der Jesuitenkommunität in Linz, am 19. Jänner bei der Priesterstudientagung zum Thema „Inneres Beten – die Seele priesterlichen Lebens“.


Nach dem christlichen Gottesverständnis sei Gott Beziehung, betonte Meßner. „Dass wir nach Gottes Bild erschaffen wurden heißt, dass das innerste Wesen des Menschen Beziehung ist – Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen“. Ohne solche Beziehungen sei der Mensch nicht lebensfähig, er würde vereinsamen und verzweifeln. Auch die gesamte Schöpfung sei miteinander in Beziehung, sie komme aus Gott und sehne sich wieder nach Gott, führte Messner aus.
Beten sei, sich auf die Beziehung zu Gott einzulassen und diese zu pflegen, unterstrich er. Christliches Beten sei daher im Grunde lieben und nicht, sich in sich selbst zu versenken. Beten sei kein Grübeln um sich selbst, sondern müsse offen sein.


Wenn diese Beziehungen zu Gott, zu den Mitmenschen und zu sich selbst gestört und blockiert seien, dann sei dies Sünde, erklärte der Referent. In der Nachfolge Jesu werden diese Beziehungen aber wieder in Ordnung gebracht. Der Umgang mit den Mitmenschen zeige, wie man mit Gott und mit sich selbst umgehe. Daher sei das Beten im priesterlichen Leben wichtig - es bedeute, sich auf diese Beziehung mit Gott einzulassen. Die Initiative gehe dabei von Gott aus, er lasse aber den Menschen mitwirken und antworte in den Worten der Heiligen Schrift.


Als zweiten Schritt müsse die Frage stehen, wie Gott auf dieses Beten reagiere. Dies zu glauben, falle den meisten Menschen schwer, meint Meßner. „Viele können die Antwort nicht vernehmen, weil sie keine erwarten oder auch hinhören“, sagte er und rät: „Wenn wir das Herz vor Gott ausgeschüttet haben, sollen wir warten und still werden“. Denn auf Gott hören bedeute ein „inneres Spüren“, ein Gefühl von Trost, Erleichterung, innerer Ruhe, Freude Friede und Zuversicht. Ein Dialog könne sich ja nur dann entwickeln, wenn die einbezogenen Personen auch aufeinander hören.


Zu den Fotos: Univ.-Prof. Dr. Bernhard Körner, Graz und
P. Michael Meßner SJ, Linz