Pfarren und Christen haben Verantwortung für die Schöpfung

Jede Pfarre und jeder Christ müsse sich seiner Verantwortung gegenüber der Schöpfung auseinandersetzen. Dies hob Bischof Klaus Küng am Abend des 2. Dezember bei der Verleihung des ersten diözesanen Umweltpreises für besonders schöpfungsfreundliche Gestaltung von Pfarrfesten im Sommerrefektorium des Bistumsgebäudes hervor. In seinen Worten warnte der Bischof vor „rücksichtsloses Gewinn- und Fortschrittsdenken“, das das Menschliche übersehe Christen müssten dagegen „klare Zeichen setzen“, weil sie Verantwortung haben, betonte er.
Umweltschonendes Handeln sei ein wichtiger Aspekt christlichen Handelns So danke er den Initiatoren für die Aktion, die damit wesentlich zum Bewusstseinsbildung in Pfarre und Gesellschaft beitragen.


Gott hat uns seine Schöpfung anvertraut


An dem Wettbewerb, der diesen Sommer ausgeschrieben war, haben sich zehn Pfarren beteiligt. „Wir dürfen als Christen nicht nur zusehen, wie die Umweltsituation für viele immer schlechter und sogar existenzgefährdend wird“, betonte der Generalsekretär der Katholischen Aktion, Axel Isenbart. Und der Präsident der Katholischen Aktion, Mag. Armin Haiderer bekräftigte, dass die Kirche an diesem Thema nicht vorbeigehen dürfe. „Wir müssen uns Tag für Tag bewusst werden, dass uns Gotte seine Schöpfung anvertraut hat“.
Bei der Vorstellung der zehn Pfarren und ihren Projekten bei den Pfarrfesten zeigte sich, dass jede der Pfarren „spannende Akzente“ bei ihrem Pfarrfest gesetzt hat. Etwa in Bezug auf Müllvermeidung durch wieder verwendbares Glas- und Porzellangeschirr, biologisch produzierte und vegetarische Speisen, Obstsäfte aus der Region oder aus dem Pfarrgarten, Bewusstseinbildung durch „Umweltworkshops“, und so weiter.
Es sei „wirklich sehr schwer gewesen“, aus der breiten Palette Pfarren als „Sieger“ auszuwählen, wies Präsident Haiderer hin. Schließlich wurden drei Pfarren wegen ihrer besonderen Akzente beim Pfarrfest auf die ersten Plätze gekürt und die weiteren sieben mit dem 4. Platz belegt. Als Preise gab es Geschenkkörbe mit umweltschonenden Produkten.


Biologisch, regional und müllvermeidend


Den ersten Preis erhielt die Pfarre Ollersbach, die alle von der Jury geforderten Punkte bestens erfüllte. So wurden alle Produkte von Nahversorgern aus der Region besorgt, alle Altersgruppen mit einbezogen und für Kinder ein eigener Umweltworkshop mit der Umweltberatung angeboten. Vorangegangen war ein Gottesdienst zum Thema der Schöpfungsverantwortung, bei der jeder Messbesucher ein Säckchen Salz mit dem Bibelwort „Ich bin das Salz der Erde“ erhalten hat.
Auf dem zweiten Platz landete die Pfarre Mank, die ihrerseits den Juroren durch viele kleine Aspekte und Impulse auffiel. Fleisch aus der Region, Kaffe aus fairem Handel, der Tischschmuck aus der Natur, Gemüse, Säfte und andere Lebensmittel direkt aus dem Ort und zu guter Letzt die saubere Mülltrennung und Geschirrabwaschen ohne Einwegmaterial. Auch die Tombolapreise kamen aus der Region und waren vorwiegend der Handarbeitswaren.
An die dritte Stelle wurde die Pfarre Langegg aus dem Waldviertel gereiht, wo bereits bei vielen Pfarrfesten der Gedanke der regionalen und nachhaltigen Wirtschaft im Vordergrund stehe. Statt der sonst üblichen Limonade gab es Säfte vom Bauern. Insgesamt gab die Pfarre ein wunderbares Zeugnis, „dass Feiern und Achtung vor Gottes Schöpfung gut miteinander zu vereinen sind“, wie die Jury erklärte.