Österreichische Klöster laden zur "Auszeit vom Alltag"

Mit einer neuen Initiative laden die österreichischen Klöster und Stifte ein, Gast im Kloster zu werden und eine "Auszeit vom Alltag" zu nehmen. Gastfreundschaft sei eine "echt christliche Tugend", die immer mehr Klöster dazu bewege, die Pforten und Tore zu öffnen und die Menschen einzuladen, "Energie für die Seele zu tanken", betonte der Abt von Stift Altenburg und Präsident des Vereines "Klösterreich", Christian Haidinger, bei einer Pressekonferenz in Wien. Präsentiert wurde dabei die gemeinsam vom Canisiuswerk, der Superiorenkonferenz, der Vereinigung der Frauenorden und "Klösterreich" herausgegebene Broschüre "Gast im Kloster", die das umfangreiche Angebot von rund 50 Klöstern in ganz Österreich zusammenfasst.
Die Broschüre verstehe sich als ein Angebot für Menschen, die "geistlich auftanken", am Leben der jeweiligen Gemeinschaft teilnehmen, sich weiterbilden, ihre Gesundheit stärken oder einen neuen Lebensrhythmus suchen wollen, so Haidinger. Die Klöster Österreichs bieten dazu in Seminarzentren, in einfachen Klosterzellen oder in angegliederten Betrieben ganz unterschiedliche Formen gastfreundlicher Aufnahme.


Insgesamt gibt es in Österreich rund 100 Ordensgemeinschaften mit einem solchen Angebot. Die Vereinigung "Klösterreich" zählt derzeit 17 österreichische Mitgliedsklöster sowie zwei Klöster in Ungarn und je ein Kloster in Tschechien und Polen. 85 Ordensgemeinschaften mit rund 2.200 Mönchen sind in der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs zusammengeschlossen, die Frauenorden zählen ca. 5.000 Schwestern.


Wie der Generalsekretär der Superiorenkonferenz, P. Erhard Rauch, betonte, sei die klosterübergreifende Kooperation ein Gebot der Stunde, das sich neben der aktuellen Broschüre etwa auch in der "Gesprächsinsel" - einem Angebot in Wien - sowie in gemeinsamen Plakataktionen der Stifte und Klöster zeige. Auch mit den Frauenorden werde die Zusammenarbeit zukünftig intensiviert, so werde man ab Jänner ein gemeinsames Sekretariat in Wien führen.


Sr. Cordis Feuerstein, Generalsekretärin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, betonte die lange Tradition der Gastfreundschaft, die in den Ordensgemeinschaften herrsche und die gerade heute von immer größerer Bedeutung sei. "Ich denke, der Trend wird weiter anhalten und es wird auch zukünftig eine wichtige Aufgabe der Gemeinschaften sein, Kloster für die Menschen in der Welt draußen erfahrbar zu machen."


Kurt Schmidl, Generalsekretär des Canisiuswerks, unterstrich bei der Pressekonferenz die geistliche Dimension des Angebots "Gast im Kloster". So könne man sich auf Wunsch geistlich begleiten lassen, am Stundengebet der Gemeinschaften teilnehmen - "aber auch einfach nur Urlaub machen". In jedem Haus begegne man dabei Menschen, "die sich für den Gast interessieren und Begegnungen von Mensch zu Mensch schätzen", so Schmidl.


Die Broschüre erscheint in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Polnisch, Ungarisch, Tschechisch) und ist kostenlos über das Canisiuswerk (Stephansplatz 6, 1010 Wien, Tel. 01/51 25 107, Mail: canisiuswerk@canisius.at) sowie über "Klösterreich" (Prof. Kaserer Weg 333, 3491 Straß im Straßertale, Tel. 02735/553 50, Mail: info@kloesterreich.at) erhältlich. Weitere Informationen sind im Internet unter www.gastimkloster.at abrufbar.


(KAP)