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Ökonomisierung der Medizin: Der Patient wird zum Kunden

Die Ökonomisierung der Medizin sei ein Wandel vom Dienst am Menschen zu einem Kundendienst, wo der hilfesuchende Patient mehr als Konsument und Kunde, denn als leidender Mensch gesehen werde. Dies betonte der Freiburger Ethiker Giovanni Maio bei seinem Vortrag vor über 150 Ärztinnen und Ärzten anlässlich der traditionellen „Lukasmesse“ des Katholischen Akademikerverbandes (KAV) im Stift Herzogenburg.
Maio stellte fest, dass die Regeln des Marktes immer mehr in die Medizin eingreifen und fragte: „Was bleibt dann von der Medizin übrig?“ Als besonderes Problem sehe er die Wegrationalisierung der Zeit, die zu einer Abschaffung der persönlichen Zuwendung zum Patienten führe.
Prof. Maio wünschte sich eine Medizin, die eine „Kultur des Sorgens“ sei, denn Krankheit verändere das Sein des Menschen: „Es treten Fragen nach dem Sinn des Lebens und des Leidens auf. Auf diese Krisen erwarten die Patienten keine durchrationalisierte Therapien sondern Antworten.“ Die eigentliche Berufung der Ärzte sei es, den Menschen zu helfen das Leiden ins Leben zu integrieren. Medizin müsse wieder eine „Beziehungsmedizin“ werden, forderte Maio.


Vor dem Vortrag feierten die Ärzte gemeinsam mit Propst Maximilian Fürnsinn, Superintendent Paul Weiland und dem geistlichen Assistenten des KAV, H. Mauritius Lenz, einen Ökumenischen Gottesdienst. In seiner Predigt hob Weiland hervor, dass die Evangeliumsstelle von der Heilung einer heidnischen Frau ein Aufruf gegen Abgrenzung, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit sei.


Die „Lukasmesse“ wird alljährlich vom KAV und der Ärztekammer veranstaltet. Der KAV wählte Anfang Oktober einen neuen Vorstand mit der Juristin Angelika Beroun-Linhart an der Spitze.