Musik begeistert und bewegt

„Kirche und Gottesdienst sind ohne Musik nicht denkbar“, erklärte der ehemalige Leiter der Katholischen Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius in Aachen und langjährige Kirchenmusikdirektor der Erzdiözese Freiburg, Prof. Matthias Kreuels, beim „Studientag für Kinder-, Jugend- und Familiengottesdienste“ am 6. November im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten. In praktischen Beispielen erläuterte Kreuels die Verwendung von Liedern in kinder- und familiengerechten Gottesdiensten und betonte, dass Gottesdienste ohne Musik nicht denkbar seien, wenn die „Töne von Gott“ als „Töne für Gott“ entsprechend integriert sind. Jüngere wie auch ältere TeilnehmerInnen an den Gottesdiensten seien eine wichtige Dimensionen im liturgischen Leben und müssten gemeinsam den Gottesdienst auch im Gesang mittragen. Die Kinder in den Gesang mit einzubeziehen sei deshalb „nicht eine Beschäftigungstherapie“, sondern gleichsam „eine Überlebenstherapie für die Kirche von Morgen“. Kreuels stellte das gemeinsam Singen von Jung und Alt als „spielerisches Tun“ dar.
Skeptisch zeigte er sich hingegen gegenüber manchen sogenannten „kindergerechten Gesängen“, die eher in den Bereich des Kommerzes passen, wie er sagte. Kreuels sprach sich ebenso gegen „seichte“ Liedtexte aus, denen die Tiefe fehle. Es müsse auch Lieder für bestimmte Anlässe und Ereignisse geben, „wo einem das Herz stehenbleibt“ und man durch diese Tiefe der Texte und den Glauben getragen werde.
Kreuels rief die Kirchenmusiker auf, auch die Charts zu beachten, um zu sehen, welche Kultur gerade bei der Jugend „in“ sei. Auch wenn dies nicht direkt im Gottesdienst verwendbar sei, müsse der Gegenwartsbezug hergestellt werden. Insgesamt, so Kreuels, sei eine kirchenmusikalische Ausbildung eine wichtige pastorale Aufgabe. Ebenso sorgsam sei das Augenmerk auf die Ausstattung der „kirchenmusikalischen Orte“ zu legen, damit sich alles in einem „guten Miteinander“ befinde.


In 16 Arbeitskreisen befassten sich die fast 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Studientages am Nachmittag mit verschiedenen Spezialfragen wie dem Jugendgottesdienst, der Herbergsuche, Kinderweihnacht, den liturgischen Tänzen, den Taizegesängen oder dem geistlichen Kinderliedgut.