Modernes Servicezentrum hinter historischer Fassade

Wer die nun neu renovierten Räume der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten in der St. Pöltner Klostergasse Nummer 15 betritt, wird staunen sein, was sich hinter der historischen Fassade des ehemaligen „Prandtauerhauses“ verbirgt: modern eingerichtete Büros, die dem heutigen Stand kundenorientierter Serviceeinrichtungen entsprechen.
Am Freitag, 5. November, einem „Tag der offenen Tür“, kann das Haus und seine Einrichtungen von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.
Zur Homepage der Pastoralen Dienste Das ehemalige Wohnhaus des Barockbaumeisters Jakob Prandtauer wurde in einem Jahr generalsaniert und das technische Equipment auf den aktuellen Stand gebracht. Schon beim Eingangstor zeigen sich historische Fassade und modernes Design in bester Harmonie. Die Glastüren bieten Transparenz und Offenheit und lassen den Blick in den Innenhof frei. Statt Autostellplätzen ist dort eine grüne Oase entstanden. Ein überdachter, offener Gang durchquert den Innenhof.
Einladend wie das Tor ist auch der Behelfsdienst im Erdgeschoß, wo übersichtlich die Materialen, Bücher und Broschüren für die pastorale Arbeit in den Pfarren angeboten werden.


Thermische Sanierung nach neuestem Stand


Mit Ausnahme der historischen Fassade, die im ursprünglichen Zustand erhalten blieb, wurden Böden, Decken sowie die Hof- und Gartenfassaden thermisch saniert. Dadurch sollen künftig die Heizkosten auf ein Drittel reduziert werden, weist der jüngst erstellte Energieausweis-Bericht aus.
Die Fassade sowie die straßenseitigen Fenster wurden nach historischem Befund gestaltet. Bestehende Holzdecken mussten nach statischer Überprüfung teilweise abgesichert und Zwischenwände, die auf Bodenkonstruktionen standen, auf Deckenbasis gestellt werden. Bei allen Materialien wurde auf Wirtschaftlichkeit, Langlebigkeit und möglichst natürlichen Materialien Wert gelegt.


Barrierefrei


Ab sofort ist es möglich, die Einrichtungen der Pastoralen Dienste barrierefrei zu erreichen – ein Lift wurde eingebaut, ebenso Behinderten-WC’s und behindertengerechte Arbeitsplätze.
Sicherheitstechnisch wurden ebenfalls Verbesserungen eingebaut wie etwa die Fluchtwegbezeichnung, die Orientierungsbeleuchtung und Brandabschnitte.
Etwa 2.000 Quadratmeter Nutz- und Verkehrsflächen stehen den Pastoralen Diensten für ihre Arbeit zur Verfügung. Die Bauzeit befand sich stets innerhalb des vorgegebenen Terminplans, sodass auch die Rückübersiedlung der Einrichtungen der Pastoralen Dienste aus den verschiedenen Unterkünften zeitgerecht vonstatten gehen konnte.


Büros und Meditationsraum


Installationsleisten an den Wänden machen einen modernen Bürobetrieb mit PC-Anbindung in allen Räumen möglich. Zusätzliche Erfordernisse wie Besprechungsräume und Sozialräume sind ebenso vorhanden wie Archiv und Lagerräume.
Der Nutzung des Hauses entsprechend als einem pastoral-geistlichen Zentrum, von dem geistige Impulse ausgehen, ist ein Meditationsraum eingerichtet, wo nicht nur Gottesdienste gefeiert werden und das Mittagsgebet stattfindet, sondern die Mitarbeiter in stressgeplagten Zeiten auch einige ruhige Minuten für Besinnung und Gebet finden.


Modernes pastorales Servicecenter


Mit den baulichen Veränderungen konnten auch die Voraussetzungen für ein modernes und professionelles pastorales Servicecenter geschaffen werden. Gleich beim Eingang befindet sich das neue Servicecenter: Behelfsdienst, Medienverleih und Bibliotheksfachstelle sind ebenerdig zusammengefasst und leicht erreichbar. Das Angebot wurde erweitert und übersichtlich angeordnet. Eine „echte verbesserte Hilfe für die Pastoral“, wie Direktor Dr. Sepp Winklmayr erklärt.


Fünf Bereiche statt 40 Einzelbüros


Aus den einstmals 40 aufgesplitteten Büros, die sich im Haus verstreut befanden, sind fünf Bereiche geworden, die nun räumlich beisammen liegen. Dadurch sollen ein effizienteres Arbeiten und vor allem eine bessere Zusammenarbeit erreicht werden. Dies sind neben dem oben erwähnten Servicebereich die „Bereiche Pfarre und Spiritualität“, „Familie“, „Kinder und Jugend“, „Gesellschaftliche Verantwortung und Katholische Aktion“ sowie der „Bereich Bildung“, der sich im Haus Klostergasse 19 (im Bildungshaus St. Hippolyt) befindet. Nicht zu den Pastoralen Diensten, sondern zum Generalvikariat gehörend, aber dennoch im Haus, befindet sich das Referat für Kommunikation.


Vernetztes Arbeiten schafft Synergien


Positiv sieht Direktor Winklmayr vor allem das vernetzte Arbeiten, das sich bereits in geplanten Projekten zeigt. So wird im kommenden Jahr eine Tagung über das Ehrenamt vom Bereich Bildung organisiert, aber von allen fünf Bereichen mitgetragen. „Diese Synergien sollen sich vor allem auch auf die Regionen, Dekanate und Pfarren auswirken“, weist Winklmayr hin und erläutert, dass für Herbst kommenden Jahres bereits „Begegnungstage“ in den Pfarren des Dekanates Lilienfeld vorbereitet werden.


Über 30 Firmen aus der Region


Über 30 Firmen, durchwegs aus der Region, waren bei den Sanierungsarbeiten beschäftigt. Unter anderem hat der Verein Wohnen, ein gemeinnütziger Verein, der vor allem Langzeitarbeitslosen einen Job gibt, wesentliche Vorarbeit geleistet.
Die Kosten werden sich voraussichtlich im vorgesehenen Umfang von 2,8 Mi. Euro bewegen.
Für die denkmalpflegerischen Maßnahmen am ehemaligen „Prandtauerhaus“ gab es von der Stadt St. Pölten eine Unterstützung, die vom Land und vom Bundesdenkmalamt allerdings noch erwartet wird.
Das Bundessozialamt hat die Maßnahmen betreffend Barrierefreiheit mit den dafür vorgesehenen Mitteln gefördert und die Kommunalkredit-Austria AG die thermische Sanierung.