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“Mariazell war ein Emmauserlebnis”

Mit einem Festgottesdienst am 15. Mai ist der dreitägige Kongress der Pfarrgemeinderäte mit den Bischöfen in Mariazell zu Ende gegangen. Es gab offene und kritische Worte und schließlich ein Bekenntnis zum gemeinsamen Weg für die Zukunft der Pfarrgemeinden.
“Es war ein Emmauserlebnis” sagte der Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten, Dr. Sepp Winklmayr. “Wir haben in den Gesprächen und Bemühungen erfahren: Gott ist mit uns. Und wo Gott ist, ist Zukunft”. “Wo Gott ist, ist Zukunft” war auch das Motto, dieser Tage, zu dem die Überlegungen, Gespräche und Gottesdienstfeiern wieder hingeführt haben. So hat Kardinal Christoph Schönborn in seinen Schlussworten hingewiesen, dass manche Worte, vor allem am “offenen Mikrofon” für ihn auch schmerzlich waren, aber dennoch “von der Liebe und Sorge um die Zukunft der Gemeinden“ getragen waren.
Beim Kongress selbst wurden keine Resolutionen verabschiedet, keine Papiere und Vorgaben in Umlauf gebracht. Gespräche und Begegnungen waren die wichtigsten Elemente.


Eine "echte Begegnung auf Augenhöhe"


Es war schließlich das Bekenntnis zu einem gemeinsamen Weg und der Wille zu einem neuen Aufbruch, wie es sich am Samstagmorgen beim kurzen Plenum und später beim Abschlussgottesdienst in der Basilika mit Nuntius Stephan Zurbriggen zeigte. Er hoffe, so der Nuntius in seinen Worten, dass die Pfarrgemeinderäte gestärkt durch diese Tage wieder Mut für den Dienst in den Diözesen bekommen haben.
Als eine "echte Begegnung von glaubensstarken Zeugen auf Augenhöhe und in Herzensnähe" hat Bischof Alois Schwarz in seiner Predigt den dreitägigen Kongress gewürdigt. Er wies hin, dass die Pfarren bei allem Ringen um Reformen "mehr sind als gute Dienstleistungsanbieter", sondern auch Orte der Sinnsuche und der gelebten Nächstenliebe.


Schlussplenum im Europäum


Bereits im vorangegangenem Abschlussstatement hat Erzbischof Kothgasser auf das Bild der Jünger auf dem Weg nach Emmaus verwiesen. "Wir sollen beieinander bleiben, miteinander den Weg gehen, nicht auseinandergehen, miteinander reden, uns in allen Fragen austauschen und Offenheit für den Fremden bewahren“, sagte er.
Kardinal Schönborn habe bei diesem Kongress gesehen, "mit welcher Liebe und Freude die Menschen an den Gemeinden hängen". Sie seien ein bleibendes "Grundgewebe und Lebensboden der Kirche", wie er sagte.


Perspektiven für die Diözese


Der letzte Tag galt vor allem den Delegierten aus den Diözesen. So fanden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus St. Pölten in kleinen Gesprächsgruppen zusammen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven für die weitere Arbeit zu skizzieren.
Dr. Renate Witzani aus Hofstetten-Grünau ortete eine Aufbruchstimmung unter den Pfarrgemeinderäten und die Erkenntnis, dass alle in einem Boot sitzen. Dies gebe neue Motivation für den christlichen Alltag. Sie regte an, die Charismen in den Pfarren “auch außerhalb der eigenen Kreise zu suchen”.
Bedauert haben die Teilnehmer hingegen, dass wegen Zeitmangels die aufgebrochenen Visionen zu kurz gekommen seien. Für den Pastoralrat sollte daher eine Art “Zukunftswerkstatt” angeregt warden, in der neue Wege für die Pastroal überlegt werden. Für ein gutes Miteinander von Pfarrgemeinderäten, Priestern und Bischof sollten ebenso neue Kommunikationsmodelle entwickelt warden, war eine weitere Anregung. Ein großer Wunsch sei, solche Treffen wie in Mariazell den Pfarrgemeinderäten auf Dekanatsebene anzubieten, wurde ebenfalls geäußert.
Die Vertreter der Jugend setzen auf die neuen Kommunikationsmedien und wollen das Internet starker forcieren. Durch persönliche Briefe wollen sie alle Pfarrgemeinderäte zum stärkeren Engagament für die Anliegen der Jugend ermutigen.
Schließlich sprachen sich alle St. Pöltner Teilnehmer von Mariazell für eine rasche Weiterleitung der Erfahrungen dieses Kongresses an die Pfarren aus.
Bis Ende des Jahres sind bereits Vorstandstreffen der Pfarrgemeinderäte in allen Dekanaten vorgesehen, eine gründliche Auseinandersetzung des Pastoralrates mit den Erfahrungen von Mariazell und für kommendes Jahr wieder sogenannte “PGR-Tankstellen” in allen Regionen der Diözese.