Maria Taferl feierte sein großes Fest

Mit der Weihe des neuen Altares und einem Festgottesdienst mit Bischof DDr. Klaus Küng, Generalvikar Mag. Eduard Gruber und Wallfahrtspfarrer P. Gottfried Hofer hat der zentrale Wallfahrtsort Niederösterreichs, Maria Taferl, sein 350-jähriges Bestehen und den Abschluss der jüngsten Renovierung gefeiert. Nach sieben Jahren intensiver Bauzeit erstrahlt das Marienheiligtum nun wieder in neuem Glanz. Hunderte Gläubige, in der Basilika und auf dem Platz davor, feierten mit. „Wir ziehen zur Mutter der Gnade“ erklang das Lied, als die Festgäste über den Hauptplatz in die Basilika einzogen. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom "Chorester Cantabile" mit Mozarts „Spatzenmesse“ gestaltet. Auch die Orgel – eine der größten und schönsten Orgeln in Niederösterreich – konnte an diesem Tag geweiht werden und wieder ihren vollen Klang entfalten.
Zahlreiche Ehrengäste nahmen an dem Fest teil, unter ihnen Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Raiffeisen-Generalanwalt Dr. Christian Konrad, Raiffeisen-Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder und weitere Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Aus dem Vatikan gab es eine Grußbotschaft des Papstes, die von Generalvikar Eduard Gruber verlesen wurde. Der Papst hob darin die Bedeutung dieses Wallfahrtsortes hervor und unterstrich, dass Maria Taferl dann „leuchten“ werde, wenn an diesem Ort auch „die wirkliche Erneuerung“ geschehe.


Ausdruck einer inneren Erneuerung


Gleich zu Beginn äußerte Bischof Klaus Küng den Wunsch, dass die Weihe des neuen Altares von Maria Taferl Ausdruck einer großen Bitte sei - nämlich der Erneuerung des Glaubens in diesem Land.
Auch in seiner Predigt ging Bischof Klaus Küng auf den tieferen Sinn der Weihe des Altares ein. Der Altar werde gesalbt, weil er Christus tragen soll. Jeder Christ sollte gleichsam in „gewissen Sinn Altar sein und Christus in sich tragen“, sagte der Bischof. So sei es auch für einen erwachsenen Christ manchmal nötig, zu diesem christlichen Weg zurückzukehren, wenn er verlassen wurde. Dies setze immer „Umkehr und Neubeginn“ voraus, wie es bei der Tauferneuerung ausgedrückt werde.


Initiative „33 Schritte“


„Es wäre schön“, so der Bischof weiter, „wenn ähnlich wie diese Kirche die ganze Diözese gereinigt und erneuert werden könnte“. Der Bischof legte seinen Plan dar, an diesem Tag der Altarweihe alle Gläubigen zu einer besonderen Wallfahrt nach Maria Taferl einzuladen.
Diese Initiative zur Erneuerung stelle sich in „33 Schritten“ dar. Dabei handle es sich um „eine Art gründlicher Exerzitien im Alltag“, wies Bischof Klaus hin. Diese soll 33 Tage dauern, wobei die Themen des christlichen Lebens behandelt werden und zu einer „bewussten Erneuerung des Taufversprechens hinführen“ sollen.
Die Aktion wird vom 5. November bis 8. Dezember durchgeführt.“ Wenn das mit einem echten Reinigungsprozess und mit dem Aufleben des christlichen Sendungsbewusstseins verknüpft ist, dann entsteht eine erneuerte Kirche und die Altarweihe, die wir vollziehen, findet im Leben der Gläubigen eine Fortsetzung“, wies der Bischof hin. „Gerade deshalb renovieren wir unsere Kirchen und erneuern unsere Altäre, weil wir glauben, dass Gott in diesen Kirchen und auf diesen Altären uns in besonderer Weise nahe kommt“, unterstrich der Bischof in seiner Predigt.


Predigt im Wortlaut
Zur Homapage von "33 Schritte"


Mehr als nur die Renovierung eines Bauwerks


Raiffeisen-Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder bedankte sich als Obmann des „Vereins zur Erhaltung der Basilika Maria Taferl“ für die breite Hilfe zahlreicher Spenderinnen und Spender, die neben weiteren Aktivitäten, von Donauwallfahrten bis Benefizkonzerten, einen wesentlichen Beitrag zur Sanierung geliefert haben. „Die vergangenen fünf Jahre haben gezeigt, wie viel zu schaffen ist, wenn alle gemeinsam an einen Strang ziehen“, sagte Hameseder. Über 1,4 Millionen Euro wurden über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins aufgebracht.
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll betonte, dass Maria Taferl „mehr“ sei als ein äuerlich restauriertes Bauwerk. Die Basilika von Maria Taferl sei vielmehr ein „Ort der Beständigkeit“, ein Ort des „Umgangs mit der Vergangenheit“ und eine „geistige Tankstelle in unserer Zeit“. Wichtiger als der Lebensstil in unserer Zeit sei der „Lebenssinn“, so Pröll. Auch in Zukunft soll Maria Taferl für die Menschen in diesem Land „ein Ort der Hoffnung und Zuversicht“ bleiben.


Nach der Feier waren alle Teilnehmer zu Getränken und einen Imbiss geladen. Bis 16 Uhr gab die Militärmusik Niederösterreich ein Konzert. Den Abschluss fand der Tag in einer Dankandacht mit Bischof Klaus Küng um 16 Uhr.


Die Basilika von Maria Taferl wurde zwischen 2004 und 2010 in sieben Etappen von Grund auf renoviert. Die Kosten betrugen insgesamt 3,8 Millionen Euro. Finanziert wurde das Projekt vom Land Niederösterreich, der Diözese St. Pölten sowie dem Verein zur Erhaltung der Basilika Maria Taferl.