Lehrberuf: „Niemand kann geben, was er nicht hat“

„Niemand kann geben, was er nicht hat“, betonte Bischof DDr. Klaus Küng beim Gottesdienst zum Beginn des neuen Lehrjahres der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) in Krems St. Paul. Deswegen sei es für die Studierenden und angehenden Lehrer der KPH wichtig, sich nicht von der Oberflächlichkeit einer säkularisierten Welt treiben zu lassen, sondern nach der Quelle zu suchen, von der Jesus spricht. Studenten und Professoren sollten sich unter dem Motto „Glauben heute“ gemeinsam auf den Weg begeben und „sich von Gott ansprechen lassen, der an unser Herz klopft“.
Der Lehrberuf gewinne an Sinn und Freude, „wenn die Suche nach den Goldadern in den Herzen der Menschen einsetzt“, so Küng. So wie bei Paulus „die ganze Schöpfung seufzt“, sollten Lehrer bei ihren Schülern „das Seufzen der Sehnsucht wachrufen“. Letztlich seien „alle Süchte fehlgeleitete Sehnsucht nach Gott.“ Lehrer, die an der KPH ihre Ausbildung absolviert haben, seien eine Chance für die Schüler zu entdecken, was in ihrem Leben wichtig ist, betonte Küng. Es gelte, in den Herzen eine „gute Unruhe“ zu wecken und zu fördern.


Bei der anschließenden akademischen Feier überreichte Bischof Küng gemeinsam mit dem neuen Rektor Univ.-Prof. Dr. Michael Wagner, der seit 1. Oktober im Amt ist, sieben Absolventinnen und Absolventen der Hochschule ihre Bachelor-Diplome. In seiner Rede warnte Wagner davor, in der Bildungspolitik den Blick ausschließlich auf die „Erfüllung von Standards“ zu richten: „Bildung hat mit konkreten Menschen zu tun, mit Lehrern und Schülern – das wird heute meist vergessen.“ Rektor Wagner verabschiedete Regierungsrat Prof. Emmerich Eder und OStR. Prof. Leopold Eibl in den Ruhestand. Bischof Küng zeichnete die emeritierten Professoren mit dem Hippolytorden in Silber aus.


Vor dem Campus in Krems-Mitterau segnete der Bischof ein großes schmiedeeisernes Kreuz mit Glaseinlagen, dessen Errichtung Studierende der KPH nicht nur angeregt, sondern auch entworfen und – mit Hilfe des Lehrkörpers – umgesetzt hatten.