"Lange Nacht der Museen" auch in kirchlichen Häusern

Rund 680 Museen, Galerien und Kunsteinrichtungen in ganz Österreich werden in der "Langen Nacht der Museen" von 2. auf 3. Oktober ihre Türen öffnen - darunter auch einige kirchliche Einrichtungen: Die Diözesanmuseen von St. Pölten, Graz, Eisenstadt und Klagenfurt und das Salzburger Dommuseum sind ebenso eingebunden wie die Wallfahrtsbasilika Maria Taferl, das Museum im Wiener Schottenstift, oder das Bibelzentrum am MuseumsQuartier Wien.
Der Modus: Ausgehend vom "Treffpunkt Museum" in jeder Landeshauptstadt (in Vorarlberg allerdings in Dornbirn) können die Besucher mittels unterschiedlicher Fußrouten einzelne Stationen erkunden. Einen zweiten "Treffpunkt" gibt es zusätzlich noch in Kärnten (Villach) und Niederösterreich (Krems). Für Erwachsene kosten Tickets 13 Euro und gelten auch als Fahrscheine für die Shuttlebusse zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten.


Im Diözesanmuseum St. Pölten steht der Barockbaumeister Jakob Prandtauer im Mittelpunkt, der die Kirchenlandschaft der niederösterreichischen Landeshauptstadt nachhaltig prägte. "Leben heißt pilgern" lautet das Motto in der Schatzkammer der Basilika Maria Taferl, Nachtschwärmer können sich noch um Mitternacht durch das nächtliche Stift Geras führen lassen.


Treffpunkt in Wien ist der Heldenplatz, von dem aus man 107 Häuser aufsuchen kann - und damit 13 mehr als im Vorjahr. In der Schatzkammer des Deutschen Ordens beginnen ab 20 Uhr Führungen durch eine der ältesten Kunstsammlungen Wiens, die Einblick in die mehr als 800-jährige Geschichte des ehemaligen Ritterordens gibt. Im Museum im Schottenstift kann man den berühmten Altar des Schottenmeisters mit der ältesten topographisch richtigen Darstellung des mittelalterlichen Wien besichtigen. Das ökumenische Bibelzentrum präsentiert nicht nur Wissenswertes rund um das "Buch der Bücher", sondern bewirtet Besucher ab 20 Uhr auch mit einem "biblischen Buffet".


In Graz gibt das Diözesanmuseum anhand von ausgewählten, kostbaren Kunstwerken Einblick in die Geschichte der Christen in der Steiermark; das Klagenfurter Pendant präsentiert ebenfalls Höhepunkte sakraler Kunst wie das älteste Holzkruzifix Kärntens mit originaler Farbfassung (um 1170) aus Höllein, die älteste Glasmalereischeibe Österreichs aus St. Magdalena bei Weitensfeld (um 1180) und die älteste Glocke Kärntens (11. Jht.) aus Freudenberg.


Um Glocken geht es auch in der über 400-jährigen Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck, die für ihre besondere Kombination aus Gießerei, Glockenmuseum und Klangraum mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnet wurde. Im Dommuseum der Erzdiözese Salzburg können sich Interessierte über "Glaube und Aberglaube" informieren: 1.760 Kreuze, Medaillen, Bildchen, Votive und Amulette geben Einblick in die religiöse Alltagskultur des Barock.


Im Burgenland kann die Jubiläumsausstellung "50 Jahre Diözese Eisenstadt, Begegnung - Dialog" besucht werden. Sie zeichnet die Diözesanwerdung, die wichtigsten Ereignisse und die vielschichtigen Aspekte des Lebens einer jungen Diözese durch Texte, Bilder und ausgewählte Exponate nach. Der Eisenstädter Bischof Paul Iby wird die burgenländische Lange Nacht gemeinsam mit Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel und Kulturlandesrat Helmut Bieler um 18 Uhr eröffnen. Um 20 Uhr spricht Iby als Zeitzeuge über die Entstehung der Diözese Eisenstadt.


In der mittlerweile bereits 11. Auflage der "Langen Nacht der Museen" erwartet der ORF als Veranstalter den dreimillionsten Besucher. Bisher haben 2,9 Millionen Menschen die ersten zehn Ausgaben der "Langen Nacht" besucht, im Vorjahr strömten 443.500 Menschen in die Kultureinrichtungen. Die Veranstaltung ist damit "eine der größten Kulturinitiativen des Landes", betonte ORF-Generaldirektor Wrabetz bei der Programmpräsentation am Küniglberg.


Lange Nacht der Museen