Ministrantentag 2019
Bischof beim Minitag 2019
Pfarrfestsaison
Weihbischof Anton Leichtfried bei der Karfreitagsliturgie
Familien
Ferien-Kinderlager
Pilgern im Sommer
 
 

Küng: Erotisierung ist auch in die Kirche hereingeschwappt

Die Erotisierung der Gesellschaft ist auch in die Kirche hereingeschwappt, meinte Bischof Klaus Küng in einem Interview mit der deutschen "Tagespost". Der "Familienbischof" wies dabei auf die Gefahr homosexueller Netzwerke in Priesterseminaren und Teilen des katholischen Klerus hin. Sie könnten ein Kloster oder eine Diözese sogar existenziell bedrohen, sagte Küng. Dann bilde sich eine Atmosphäre, "die ganz bestimmte Personen anzieht, andere dagegen abstößt zum großen Schaden der Seelsorge".
Zum Wortlaut des InterviewsBischof Küng betonte, wenn solche Netzwerke überhandnähmen, gebe es seines Erachtens nur eine "radikale Lösung: Unter Umständen Schließung solcher Seminare und Klöster mit einem Neubeginn". Küng plädierte für eine besonders genaue und eingehende Prüfung von Kandidaten für das Priesteramt.


Die Ansicht, zwischen Homosexualität und Pädophilie gebe es einen direkten Zusammenhang, wies er zurück. Ebenso wandte sich Küng gegen die Auffassung, der Zölibat an sich sei Ursache für Missbrauchsfälle im kirchlichen Kontext. Er sprach sich gegen eine Abkehr von der Zölibatsverpflichtung für Priester aus. Es gebe "kein stärkeres Zeichen für Gott und für die Liebe zur Kirche als den freiwilligen, bewussten Verzicht auf Ehe und Familie". Für die Verwässerung dieses Zeichens machte Küng die verbreitete "Erotisierung" auch innerhalb der Kirche mitverantwortlich.


Wiederverheiratete: "Kein Mangel an Barmherzigkeit"


Zur Forderung nach einem "barmherzigeren" Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen sagte Küng in dem "Tagespost"-Interview, der Empfang der Eucharistie setze "immer - nicht nur im Zusammenhang mit der Ehe - die Bemühung voraus, im Einklang mit den Weisungen des Herrn zu leben". Dies sei nicht gegeben, wenn jemand mit einer anderen Person als der kirchlich angetrauten in einer sexuellen Beziehung zusammenlebe.
Kommunionempfang in einer solchen Situation setze Umkehr oder zumindest den Wunsch danach voraus. "Wenn die Kirche die Einhaltung dieser Kriterien fordert, ist das nicht ein Mangel an Barmherzigkeit, sondern die Folge einer inneren Logik", erklärte der St. Pöltner Bischof. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich da in der Zukunft etwas ändern kann.


Auch wiederverheiratete Geschiedene seien nicht für immer vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen, sofern sie ihre sexuelle Gemeinschaft nicht fortführen und "wie Bruder und Schwester leben". Wiederverheiratete sollten nach den Worten Küngs ernsthaft versuchen, christlich zu leben, indem sie ihr Gebet pflegen und regelmäßig am Sonntagsgottesdienst teilnehmen, auch wenn sie nicht kommunizieren können.
Klaus Küng war noch in seiner Zeit als Feldkircher Bischof als "Trouble-Shooter" in die Diözese St. Pölten gekommen. Im Juli 2004 wurde er zum Apostolischen Visitator bestellt, um die Situation in der Diözese und im Priesterseminar zu klären, nachdem Vorwürfe der Kinderpornografie und praktizierter Homosexualität bekanntgeworden waren. Am 7. Oktober 2004 wurde Küng zum Bischof von St. Pölten und damit als Nachfolger von Kurt Krenn ernannt.
(KAP)


Zum Wortlaut des Interviews