„Kindergarten - ein bunter Garten, wo alle Platz haben“

Seit 1985 trifft sich ein Kreis engagierter Pädagoginnen, Kindergärtnerinnen, Religionslehrerinnen und Didaktiker, um Kindergärtnerinnen in ihren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen. Das Kindergartenreferat des Pastoralamtes feierte am Freitag, 22. Oktober mit einem Wortgottesfeier und einer festlichen Sitzung sein 25-jähriges Bestehen.

Wurden früher auch Tagungen und Schulungen angeboten, so liegt heute der Schwerpunkt auf den „Kiref-Nachrichten“, einer Informationsbroschüre, die vier mal im Jahr erscheint und in ganz Österreich, vom Neusiedlersee bis zum Bodensee verbreitet ist. „Manche Abonnements gehen auch ins angrenzende Ausland“, weist Sr. Ulrike Schaussberger hin, die seit 25 Jahren ehrenamtlich das Referat leitet.

Ihr Engagement sei nur deshalb möglich, weil sie der Orden der Schulschwestern in Amstetten für diese Aufgabe freistellt, erklärt die Kindergartenpädagogin, die selbst den Landeskindergarten in der Klostergasse in St. Pölten leitet. Allein für die Aufgaben im Kindergartenreferat fallen monatlich etwa 50 bis 70 Stunden an, verrät sie.

Der Beginn liegt eigentlich schon weit zurück. Bereits 1968 begann Schwester Ulrike einen Arbeitskreis einzuberufen, damals in der Kath. Frauenbewegung, um sich mit pädagogisch-didaktischen Fragen zu befassen. Von 1978 bis 1983 wanderte der Arbeitskreis zur Caritas, die damals in der Diözese noch Kindergärten unterhielt.

Nach intensiven Bemühungen und Gesprächen mit dem Land Niederösterreich wurde 1985 schließlich das Kindergartenreferat als eigenes Referat des Pastoralamtes gegründet. Für Sr. Ulrike ist diese Zusammenarbeit mit dem Land wesentliche Grundlage. Schließlich ist im gesamtösterreichischen Bildungsplan für Kindergärten in Niederösterreich als einzigem Bundesland neben „Ethik“ auch „Religion“ fix verankert.

Heute zählt Sr. Ukrike die Erstellung der KIREF-Nachrichten zu ihren Hauptaufgaben. „Es ist eine Zeitschrift aus der Praxis für die Praxis“, begründet sie diesen Erfolg. Die „Nachrichten“ erscheinen viermal im Jahr in einer Auflagenhöhe von je 4.500 Stück. Schon die erste Nummer konnte statt der erwarteten 100 Leserinnen bereits 470 Abonnenten verzeichnen. Bis heute sind es zehnmal soviel geworden.

In dieser Zeitung werden „alle Bildungsbereiche angesprochen“, weist Ulrike hin. Die religiöse Erziehung wird nicht explizit ausgewiesen, sondern ist ein integrierter Bestandteil. Für jene Eltern, die Wert auf eine spezielle religiöse Erziehung legen, ist in jedem Heft ein Doppelblatt eingelegt, in dem dieser Bereich stark im Vordergrund steht.

Heute müsse man stark auf den interreligiösen Dialog Rücksicht zu nehmen, weist Ulrike hin. Kinder aus allen Religionen müssen Toleranz und gegenseitiges Verstehen lernen. Zudem sei heute das Umfeld für die Kinder schwieriger geworden, die Ansprüche der Eltern höher, die erlebten Kulturen vielfältiger und das Interesse an der Kinder am Religiösen geringer. „Da sind viele Gespräche – auch mit den Kindern - notwendig und ein tieferes Verstehen ihres soziokulturellen Hintergrundes“, sagt sie. So versucht die Kindergartenpädagogin, bei den religiösen Festen stets das in den Vordergrund zu stellen, was alle aus ihrem Vorverständnis heraus mittragen können. „Für die Ernte danken kann man in jeder Kultur und in jedem Land“, weist sie hin. Dabei dürfen die Kinder nicht überfordert werden, denn: „Der Kindergarten ist ein bunter Garten, in dem alle Kinder Platz haben müssen“.

Zum Foto: Der Arbeitskreis des Kindergartenreferates mit Sr. Ulrike Schaussberger und Generaloberin Sr. Franziska Bruckner, Sekretärin Elisabeth Kroy, dem Geistl. Assistenten Mag. Franz Schrittwieser, dem Direktor der Pastoralen Dienste, Dr. Sepp Winklmayr, dem Geistlichen Leiter Dr. Gerhard Reitzinger, der Leiterin des Bereiches „Familie“, Dr. Doris Kloimstein und dem Direktor des Bildungshauses St. Hippolyt, Mag. Helmut Haberfellner.