Weihbischof Anton Leichtfried bei der Karfreitagsliturgie
Pilgern im Sommer
Erntekrone
 
 

Kerzen gegen Kälte und Nacht

Eine Million Sterne - Lichter, die für eine Million Menschen in Österreich leuchten, die von Armut massiv bedroht sind. 2.000 Topfkerzen waren es allein in der St. Pöltner Innenstadt. Die eisige Temperatur spiegelte sogar die soziale Kälte wider, die heute vielen ins Gesicht bläst – ein Abend mit Symbolkraft mitten in der St. Pöltner Fußgängerzone in der Brunngasse. Weihbischof Anton Leichtfried, Bürgermeister Matthias Stadler, Caritasdirektor Friedrich Schuhböck und der Direktor der Pastoralen Dienste, Sepp Winklmayr mussten sich tief zum Boden bücken, um die Kerzen zu entzünden. Sie sollen Licht und Wärme verstrahlen - ein persönliches Zeichen der Solidarität mit den benachteiligten Menschen.
„Gerade im Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung wurden Sparpakete beschlossen, die jene treffen, die ohnehin schon mit dem Allernotwendigsten auskommen müssen“, zeigen sich die Initiatoren von den jüngsten Sparmaßnahmen der Regierung enttäuscht. Und das Resumee: „Es ist kälter geworden“.
Mit diesem Lichtermeer, das an diesem Abend in ganz Österreich und darüber hinaus leuchtet, will die Caritas den Blick auf die oft „versteckte Not“ lenken, erklärt Caritasdirektor Schuhböck. „Wir rufen alle Menschen in Österreich zur Solidarität auf“.


492.000 Menschen, unter ihnen 130.000 Mädchen und Buben in ganz Österreich müssen in Armut leben, hat Caritaspräsident Franz Küberl kürzlich festgestellt. Und der Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs, Clemens Steindl ergänzt: Jeder fünfte Haushalt mit drei und mehr Kindern ist massiv von Armut bedroht. Auch der jüngst erschienene Sozialbericht weist hin: Jede dritte Alleinerzieherfamilie ist von Armut betroffen.