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Jugendgruppen helfen gegen Kinderarmut

Mit neuen Initiativen tritt der Bereich „Kinder und Jugend“ der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten der Kinder- und Jugendarmut entgegen. Gerade soziale Kontakte, Interesse an Bildung sowie gelebte Solidarität seien wichtige Ansätze gegen Tendenzen wachsender Armut, wie Magdalena Schwarz, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung Österreichs, vor MitarbeiterInnen in der Kinder- und Jugendpastoral im Stift Melk erklärte. Der Wesens- und Krankheitszustand eines Menschen hänge wesentlich von der Grundhaltung ab, ob er die Welt und sein Leben als sinnvoll erfahre, meint die Referentin. Gerade hier können kirchliche Jugendorganisationen ansetzen und „wirksam auftreten“. Denn von Armut betroffene Kinder brauchen vordringlich nicht Hilfe, sondern vor allem das Bewusstsein, dass sie sich am besten selbst helfen können.
Faktoren, wie materielle Defizite, fehlende Grundversorgung in verschiedenen Bereichen wie Wohnen, Ernährung, Hygiene, Bildung, Freizeit, Gesundheit und Kultur, liegen in den Händen der politisch Verantwortlichen, wies Schwarz hin. In einem Positionspapier der Bundesjugendvertretung, in der über 40 Kinder- und Jugendorganisationen Österreichs vertreten seien, werden die politisch Verantwortlichen aufgefordert sind, konkrete Maßnahmen zu setzen.


Der Bereich „Kinder und Jugend “ plant im laufenden Jahr Veranstaltungen zu „Krisenfest durch den Alltag“, Schulungen für Gruppenleiter zum Thema und eine „Talentebörse“, um den Selbstwert junger Menschen zu fördern, wie Bereichsleiterin Lucia Deinhofer erklärte. Am Aktionstag „72 Stunden ohne Kompromiss“ soll besonders mit Soma-Märkten und ähnlichen Einrichtungen zusammengearbeitet werden. Augenmerk will die Jugend auf Preisstaffelung bei Veranstaltungen legen sowie die Thematik „Armut“ in die Liturgie, etwa bei Fürbitten und Bußgedanken, einbinden.


Derzeit sind 250.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren in Österreich armutsgefährdet, wies Magdalena Schwarz auf die offizielle Statistik hin. Konkret bedeute dies, dass in jeder Schulklasse durchschnittlich drei bis vier Kinder sind, die aufgrund ihrer Armut von vielen Angeboten, etwa Schulschikurse, ausgeschlossen seien. Ihnen fehle auch zu Hause oft die notwendige Ausstattung, die heute für Lernen fast unumgänglich sei wie etwa Computer und Internetzugang.
Besonders von Armut betroffen seien Migrantinnen mit Kindern, Alleinerzieherinnen und kinderreiche Familien sowie Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen und jene, die trotz Arbeit nicht genügend verdienen.
Diese „neue Armut“, wie Schwarz erklärte, beschränke sich insgesamt nicht mehr auf bestimmte Gruppen, sondern könne jede und jeden – zumindest auf einige Zeit - treffen und sei für andere oft nicht erkennbar.