Johannespassion im Dom

Am Palmsonntag, 28. März ist im Dom zu St. Pölten die Johannes Passion von Johann Sebastian Bach zu hören. Aufführende sind die Domkantorei St. Pölten, die „capella nova Graz“, das L’Orfeo Barockorchester und namhafte Solisten.
Beginn ist 20 Uhr; Regiekarten sind bei der Buchhandlung Schubert und an der Abendkassa erhältlich.
Zur Homepage„Jesus ging mit seinen Jüngern über den Bach Kidron, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger …“. Die Johannes-Passion ist neben der Matthäus-Passion die einzige vollständig erhaltene authentische Passion von Johann Sebastian Bach. Die Uraufführung fand am Karfreitag, dem 7. April 1724 in der Nikolaikirche in Leipzig statt.


Der Passionsgeschichte, dem Bericht vom Leiden und Tod Jesu Christi, kam aufgrund ihrer Bedeutung eine besondere Rolle zu. In der Liturgie wurde sie in verteilten Rollen vorgelesen, wie es auch heute in den Kirchen geschieht. Oft wurde sie auch in feierlichem Ton gesungen.
Die Johannes-Passion besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil berichtet von Verrat und Gefangennahme Jesu sowie der Verleugnung durch Petrus. Der zweite Teil ist wesentlich länger und erzählt von den Verhören und der Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus, von Kreuzigung und Tod, sowie von dem Begräbnis.
Die Textvorlage für Bachs Werk umfasst dabei nicht nur den biblischen Bericht, sondern auch Choräle, sowie frei gedichtete Chöre und Arien. Diese sind in den Evangelienbericht eingefügt. Die Texte sind zumeist bekannten evangelischen Kirchenliedern entnommen.
Vier der fünf Akte werden durch einen Choral abgeschlossen, der das Geschehen reflektiert und auf seine Bedeutung für die christliche Gemeinde hinweist


Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)


ist heute einer der bekanntesten Komponisten, dessen Musik spätere Komponisten wesentlich beeinflusst hat und dessen Werke weltweit präsent sind.
Zu Lebzeiten wurde Bach als Virtuose, Organist, Orgelinspektor und Komponist hochgeschätzt. Seine Werke waren allerdings nur einem relativ kleinen Kreis von Musikkennern bekannt. Nach seinem Tod geriet sein Werk eine Zeitlang für die breite Öffentlichkeit in Vergessenheit. Wiederentdeckt wurde Bach von den Romantikern im 19. Jahrhundert. Seither erlebt sein Werk weltweit eine beispiellose Würdigung.
Obwohl ein erheblicher Teil von Bachs Kompositionen als verloren gilt, sind von ihm mehr als 1.000 Kompositionen überliefert. Bachs Schaffen umfasst mit Ausnahme der Oper alle damals gebräuchlichen musikalischen Gattungen. Die bekanntesten sind die Brandenburgischen Konzerte, die Orchestersuiten, das Wohltemperierte Klavier, die Goldberg-Variationen, die Chromatische Fantasie und Fuge, die h-Moll-Messe, die Matthäus- und Johannes-Passion sowie über 200 überlieferte Kantaten und eine ähnlich große Zahl von Orgelwerken.


Die Domkantorei St. Pölten


wurde 1992 von Otto Kargl gegründet. Die rund 20 Mitglieder beschäftigen sich vorwiegend mit Musik bis 1750 sowie der Moderne. Neben dem liturgischen Dienst im Dom zu St. Pölten kommt das Ensemble einer regen Konzerttätigkeit nach.
Zum Repertoire zählen die a cappella Literatur des 16. Jahrhunderts und die Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts.


Die "cappella nova Graz"


wurde 1983 gegründet und widmet sich ausschließlich geistlicher Chormusik.
Die Hauptintention des Ensembles ist die kompromisslose Auseinandersetzung mit der musikalischen Sprache verschiedener Komponisten, um höchste Klangintensität und Aussagekraft in der Interpretation zu erreichen. Ganz bewusst stellt der künstlerische Leiter Otto Kargl in den Konzertprogrammen der "cappella nova graz" immer wieder geistliche Musik bis 1800 Werken des 20. Jahrhunderts gegenüber.
1993 war die "cappella nova graz" Preisträger beim Chorwettbewerb der Union europäischer Rundfunkanstalten (EBU), 1997 wurde ihr für ihre "vorbildlichen Leistungen auf dem Gebiet der Chorpflege " der "Ferdinand Grossmann Preis" zuerkannt.


Das L’Orfeo Barockorchester


wurde 1996 gegründet und hat sich einen Platz unter den führenden Ensembles der Historischen Aufführungspraxis erspielt. Die Synthese aus Repertoire und Pionierarbeit ist ein Markenzeichen der Konzertprogramme und CD-Einspielungen von L’Orfeo. Mit seiner Diskographie, die von der Suite des französischen Barock über die Sinfonia des musikalischen Sturm und Drang bis zur Literatur der Klassik und frühen Romantik reicht, setzt das Ensemble seit 1997 Akzente. Hohes interpretatorisches Niveau, Farbenreichtum und Klangsensibilität werden L’Orfeo von Publikum und Presse immer wieder bestätigt.