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Im Gewöhnlichen außergewöhnlich

„Ein Mann, der aus der Tiefe seines priesterlichen Dienstes gelebt hat“. So charakterisiert Wallfahrtspfarrer P. Robert Bösner von Maria Dreieichen den 1940 im KZ Buchenwald ermordeten österreichischen Priester Otto Neururer.
Vom 9. bis 24. Mai ist in der Basilika Maria Dreieichen zum Jahr des Priesters eine Ausstellung über Leben und Wirken von Pfr. Otto Neururer zu sehen. Die Ausstellung über Otto Neururer betitelt sich „Im Gewöhnlichen außergewöhnlich gut“ und zeigt auf 20 Schautafeln sein Leben von der Kindheit an über sein Wirken als Priester, seine Verurteilung, sein Leidensweg bis zum Seligsprechungsprozess in Rom.


Am 30. Mai jährt sich zum 70. Mal sein Todestag. „Martyrium ist Ausdruck der Liebe unter den Bedingungen der Lieblosigkeit und der Vergiftung“, sagte der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer zur Ausstellung über Otto Neururer. Gerade die Märtyrer des 20. Jahrhunderts schärfen den Blick, die Zeichen der Zeit zu deuten und „lassen in Zeiten des Hasses, der Barbarei und der Menschenverachtung die Wahrheit Gottes und die Würde des Menschen aufleuchten“. So sei Otto Neururer „mit seinem Lebens- und Glaubenszeugnis ein Geschenk Gottes“, wie Bischof Scheuer betonte.


Ausstellung 9. bis 24. Mai


Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 9. Mai 2010 um 15 Uhr nach der Marienandacht zum Muttertag eröffnet.
Am 24. Mai, Pfingstmontag, wird im Rahmen einer Feier zum Heiligen Geist Bischof Dr. Klaus Küng um 15.30 Uhr ein von Prof. Ernst Degasperi gemaltes Bild über Otto Neururer segnen. Das Gemälde ist bereits in der Basilika zu ausgestellt.


Ein Seelsorger mit Leib und Seele


Otto Neururer wurde am 25. März 1882 als zwölftes Kind einer Bauernfamilie in Pille in Tirol geboren. 1895 kam er ans Knabenseminar in Brixen, später ins Priesterseminar und empfing 1907 die Priesterweihe. Bereits 1932 habe er das kommenden NS-Regime durchschaut und gemeint: „Ein Regime, das Volk und Führer an die erste Stelle setzt, ist gottlos. Dieser Stellenwert gehört Gott allein“.
Weil Neururer einer jungen Frau von einer Heirat mit einem geschiedenen Nationalsozialisten abriet, wurde er 1938 von der Gestapo verhaftet und in das Gefängnis Innsbruck, später in das KZ Dachau und schließlich in das KZ Buchenwald gebracht. Auch in dieser Situation war Otto Neururer seelsorglich tätig. Nachdem er einen Mithäftling die Taufe gespendet hatte, wurde er mit den Füßen nach oben aufgehängt, bis der Tod eintrat. Damit keine Spuren von Gewaltanwendung zu sehen sind, wurden ihm um die Knöchel Lammfelle gewickelt. Offiziell starb Neururer an Herzschwäche.
Seine Asche wurde per Post nach Innsbruck geschickt und die Urne am 30. Juni 1940 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Götzis beigesetzt. Zahlreiche Gläubige verehrten Neururer als Martyrer, der in der Erfüllung seines priesterlichen Dienstes sein Leben hingegeben hat. Er war der erste Priester, der in einem Konzentrationslager zu Tode kam.


1983 wurde der Seligsprechungsprozess in Innsbruck eröffnet, 1986 abgeschlossen und der zuständigen Kongregation in Rom übergeben. Am 24. November 1996 wurde Otto Neururer gemeinsam mit dem Tiroler Marianistenpater Jakob Gapp und der französischen Nonne Catharine Jarrige in Rom selig gesprochen.