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Gerechtigkeit – ein zentraler Begriff in der Bibel

„Gerechtigkeit ist ein zentraler Begriff in der Bibel“ erklärte Dr. Markus Schlagnitweit, Sozialwissenschafter und Mitarbeiter der Katholischen Sozialakademie am Samstag, dem 23. Jänner beim Männertag in St. Pölten. Speziell im Neuen Testament gebe es „sehr vertraute und menschliche Vorstellungen“ von ausgleichender bzw. Tauschgerechtigkeit. Schlagnitweit, Priester und Sozialwissenschaftler, definierte drei Gerechtigkeitsbegriffe: Tauschgerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit und Gesetzesgerechtigkeit. Wer sich für Gerechtigkeit einsetze, komme zwangsläufig in Widersprüche, sagte er. Was für jemanden gerecht sei, hänge auch von bestimmten Situationen und subjektiven Werturteilen ab, so der Referent.


Schlagnitweit präsentierte konkrete Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament, warnte aber davor, keine „Handelsgeschäfte“ mit Gott zu betreiben. „Man kann sich die Liebe Gottes nicht verdienen. Sie ist immer freies Geschenk. Wenn Gott den Armen, den Guten und Gewaltlosen und den Sünder, der umkehrt, mehr liebt als den Reichen – dann ist das nicht Belohnung oder Strafe, sondern die freie ‚Wahl’ Gottes!“.


Schlagnitweit ging dann auf Hauptfelder der aktuellen Gerechtigkeitsproblematik ein, wie Generationengerechtigkeit, sozialer Gerechtigkeit oder Geschlechtergerechtigkeit. Er kritisierte dabei vor allem, dass unbezahlte Arbeit wie Haushalt, Kinderbetreuung und Ehrenamt kaum anerkannt würden.


In der Predigt des anschließenden Gottesdienstes wies der Geistliche Assistent der Männerbewegung Richard Jindra auf den Hl. Franz von Sales hin. Dieser habe in der Zeit des Calvinismus versucht, Menschen mit Liebeswürdigkeit zum Glauben zurück zu führen. Dafür wählte er aus Überzeugung den Priesterberuf, auch gegen den Willen des Vaters.


In „Word-Cafes“ befassten sich die Teilnehmer mit drei verschiedenen Themen. ORF-Journalist Werner Ertel präsentierte seinen Film der „Friedensradfahrt Wien – Jerusalem 2009“. Mehrere Radfahrerinnen und Radfahrer radelten im vergangenen Jahr 3.712 km für den Frieden. Michaela Ehrenhauser vom „Welthaus St. Pölten“ berichtete über die „Diözesane Fastenaktion“ und bat die KMB-Mitarbeiter um Mithilfe bei der Umsetzung der Aktion in den Pfarren. Der Leiter der Ethik-Kommission des Landes Niederösterreich, Robert Bruckner, informierte über die Möglichkeit der „Patientenverfügung“.


KMB-Sekretär Michael Scholz präsentierte das aktuelle Programm. Höhepunkte werden eine KMB-Gemeinschaftsfahrt auf den Spuren des Franz Jägerstätter nach St. Radegund sowie im Juli die Sommerakademie in Bad Tatzmannsdorf sein. Zahlreiche Versammlungen auf Pfarr- und Dekanatsebene zum Jahresthema „Gerechtigkeit konkret“ und eine Vorbeter-Schulung werden ebenso stattfinden.


Im Rahmen des Männertags erhielt der langjährige KMB-Sekretär und derzeitige Diakon Josef Muhr aus Weistrach das Goldene Ehrenzeichen der Katholischen Männerbewegung verliehen.