Erste Zahlungen an Missbrauchsopfer im Oktober

Erste Zahlungen der Kirche an Missbrauchsopfer werden im Oktober erfolgen, bestätigte Bischof Klaus Küng am Donnerstag gegenüber "Kathpress". Die Unabhängige Opferschutzkommission unter Leitung von Waltraud Klasnic hatte am vergangenen Dienstag den ersten zehn Opfern finanzielle Hilfen zugesprochen und diese Entscheidungen der kirchlichen "Stiftung Opferschutz" übergeben, deren Vorsitzender Bischof Küng ist. Dieser betonte, dass es sich bei den Zahlungen um "freiwillige Hilfeleistungen" der Kirche handle. "Dies zeigt sich auch darin, dass es bei der Zuerkennung der finanziellen Hilfe unerheblich ist, ob die Tat im rechtlichen Sinn verjährt ist oder nicht", so Küng.
Hinsichtlich der weiteren Vorgangsweise erläuterte Bischof Küng, dass Opfer, die Zahlungen empfangen, eine Einverständniserklärung abgeben würden aus der hervorgehe, dass diese Zahlungen im Falle eines späteren Prozesses und einer Verurteilung einberechnet werden.


Die kirchliche Opferschutzstiftung werde die finanzielle Hilfe auszahlen, dann jedoch vom jeweiligen Täter auf innerkirchlichem Weg wieder einfordern. "Damit die kirchliche Opferschutzstiftung zügig mit den Auszahlungen beginnen kann, wird Geld von den Diözesen und von den Ordensgemeinschaften vorgestreckt", erklärte Küng.


Die finanzielle Hilfe komme nicht aus Mitteln des Kirchenbeitrags, betonte der Finanzverantwortliche der Bischofskonferenz. Die Kirche werde dafür z. B. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Verkäufen von Liegenschaften verwenden. Für die nötige Transparenz sei gesorgt, weil "der Jahresabschluss der Stiftung von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft werden wird". Laut Küng ist es vorerst noch nicht möglich, eine konkrete Gesamtsumme der Auszahlungen anzugeben, weil dafür Anzahl und jeweilige Schwere der Fälle ausschlaggebend seien. "Klar ist, dass die Stiftung im erforderlichen Ausmaß finanziell dotiert wird und es gibt dafür weder Unter- noch Obergrenzen", sagte Küng.