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Ein Arzt darf niemals töten

Bischof Klaus Küng warnt vor einer Zulassung der aktiven Sterbehilfe in Österreich. Ohne Zweifel würden manche Situationen eine große Herausforderung für die ärztliche Verantwortung mit sich bringen, schreibt Küng, der selbst ausgebildeter Arzt ist, in einem Gastkommentar für "Die Presse" (Samstag). Mediziner müssten die Verhältnismäßigkeit mancher Therapien deshalb sehr wohl abwägen, so der Bischof; niemals aber dürften Ärzte töten. Letzen Endes gehe es bei all diesen Fragen immer um die unantastbare Würde des Menschen und den Grundsatz: "Das menschliche Leben hat seine Würde von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod."
(KAP)

Anlass für den Beitrag des Bischofs ist eine aktuelle Umfrage der Grazer Medizinuniversität, in der 62 Prozent der Befragten die Möglichkeit zur aktiven Sterbehilfe durch einen Arzt befürworten. Das sind 13 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Er verstehe die Haltung von Menschen, die unter fast unerträglichen Qualen leiden müssten und selbst entscheiden wollten, wann es "genug" ist, schreibt Küng, aber: "Die Zulassung der aktiven Sterbehilfe würde eine Straße eröffnen, die in eine verhängnisvolle, verkehrte Richtung führt".

Der Bischof wörtlich: "Wie groß kann der Druck auf alte und kranke Menschen werden, ihren Angehörigen nicht mehr endlos zur Last zu fallen, wenn aktive Sterbehilfe üblich geworden ist? Wie häufig sind es gar nicht mehr die Kranken selber, die letztendlich eine Entscheidung über Leben und Tod treffen müssen - sondern oft wohlmeinende Angehörige?" Küng verweist auch auf die Situation in den Niederlanden: "Wie bald werden sich Pflegefälle vielleicht gar nicht mehr wehren können gegen eine mitleidsvolle 'Euthanansierung', so wie in Holland, wo alte Menschen bezeugen, in gewisse Krankenhäuser gar nicht erst gehen zu wollen, da gehe es oft ganz schnell?"

Küng gibt außerdem zu bedenken, dass es leicht sei, Sterbehilfe vor dem Mikrofon einer Umfrage zu vertreten. Wer jedoch selber nahe Angehörige pflegt, denke oft schon anders, hält der Bischof fest. "Ob man zudem immer um die genauen Wünsche eines Kranken weiß, ist fraglich."

"Das Leiden gehört zum Menschen dazu"

Hinter der Diskussion um aktive Sterbehilfe stehe letztlich die Frage nach dem Anblick des leidenden und sterbenden Menschen in der Gesellschaft, erinnert der St. Pöltner Bischof. "Ist noch Platz für diese Realität des Lebens, die aus Werbung, Film und öffentlichem Bewusstsein ganz verdrängt wird - und doch jeden von uns immer wieder einholt?"

Küng erinnert an die Bilder des schwer kranken Papst Johannes Paul II., die unzählige Menschen tief berührt hätten: "Das ist die Tiefe der christlichen Botschaft: Auch im Leid, auch im Sterben ist der Mensch nie allein, er ist zutiefst in der Hand Gottes, hier kann ihm Christus so nahe kommen kann wie sonst selten im Leben. Das Leiden hat einen Sinn, gehört zum Menschen dazu."

Bericht Kathpress

Kommentar im Wortlaut