Weihbischof Anton Leichtfried bei der Karfreitagsliturgie
Pilgern im Sommer
Erntekrone
 
 

Die Welt braucht „Menschen mit Tiefgang“

Im Sonnenschein leuchtet die Basilika von Maria Taferl über das Donautal. Vor genau 350 Jahren, am 25. April 1660, wurde der Grundstein für diese Kirche gelegt. An diesem Jahrestag, der gleichzeitig der Weltgebetstag für Geistliche Berufe ist, war auch die Wallfahrt der Berufungspastoral auf den Taferlberg mit Weihbischof Anton Leichtfried und dem Leiter der Berufungspastoral, Gerhard Reitzinger. Eine Gruppe von Priesterseminaristen, Ordensschwestern und Gläubige aus Pfarren der Diözese begannen ihre Fußwallfahrt in Marbach. “Wohin gehen wir?” Diese Frage sei zwar einfach zu beantworten, aber für den Lebensweg eines jeden nicht so eindeutig, erklärte Dr. Gerhard Reitzinger. In vier Stationen regte er die Teilnehmer zum Nachdenken über ihren eigenen Lebensweg und das gesteckte Ziel an.
Worte aus der Bibel, Gedanken gläubiger Menschen, Litaneien und das Rosenkranzgebet begleiteten die Pilger auf ihrem Weg. Und immer wieder kreisten die Gedanken um die Frage, wie der Lebensweg eines jeden für ihn persönlich aussehe.


"Gott hält eine Zukunft für uns bereit"


Bei der letzten Station am Beginn der Stiege, die steil zur Basilika hinaufführt, begrüßten Mitglieder der Pfarre Maria Taferl mit P. Gottfried Hofer und Bürgermeister Herbert Gruber die Fußwallfahrer und geleiteten sie zur Basilika. “Wir sind noch nicht am Ende”, sagte Reitzinger vor dem Einzug. “Gott hält eine Zukunft für uns bereit”. Eine Ikone mit dem hl. Pfarrer von Ars vor dem Altar begrüßte die einziehenden Wallfahrer.


"Christen bleiben, wenn andere davonlaufen"


Wo kommen wir denn da hin, wenn wir Jesus nachfolgen? fragte Weihbischof Anton Leichtfried bei der Predigt in der Basilika und meinte: Es zeichnet Christen aus, dass sie da bleiben, wo andere davonlaufen. Dort wo es Leid gibt, wo Menschen am Rande stehen, wo viele keine Perspektiven mehr haben. Christen erleben auch schöne Stunden, wo Menschen einander in Gemeinschaft treffen, bedingungslose Liebe zeigen und in die Tiefe ihres Lebens streben, statt in Oberflächlichkeit zu verharren.


"Es gibt keinen Stillstand im geistlichen Leben"


Bereits Ignatius von Loyola habe hingewiesen, dass es im geistlichen Leben keinen Stillstand gebe. Es sei nur die Frage, so der Weihbischof, ob diese Bewegung in die Tiefe der Seele oder zur Oberflächlichkeit führt. Die Anwesenden rief er auf, dafür zu beten, dass Maria Taferl „ein Ort der Kraft, des Gebetes und der Gnade“ bleiben möge. Denn die Welt brauche „Menschen mit Tiefgang, die vom Geist Christi erfüllt sind“.
Die Cantores Dei aus Phyra begleiteten den Gottesdienst in der Basilika mit besinnlichen und mitreißenden Liedern.