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Die Hirtensorge Gottes

Die Hirtensorge Gottes und die Frage, was darin die Aufgabe der Kirche und der Dienst des Priesters sei, ist Inhalt der diesjährigen Priesterstudientagung, die vom 18 bis 20. Jänner im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten stattfindet. Rund 140 Priester, Diakone und Pastoralassistenten nehmen daran teil. Referenten sind der Innsbrucker Alttestamentler P. Dr. Georg Fischer SJ, der Linzer Regens Dr. Johann Hintermaier, Dr. Bernhard Körner aus Graz, P. Michael Meßner SJ aus Linz und P. Dr. Johannes Pausch OSB aus dem Kloster Gut Aich. Seelsorge beinhalte eine umfassende Sendung, stellte P. Georg Fischer aus Innsbruck in seinen Ausführungen über „Gott als Hirte und Jeremia als Bild des Hirten“ fest. Das Bild des Hirten für Gott sei im Alten Testament weit verbreitet, aber nur eines von vielen Bildern, sagte Fischer. Auch im altorientalischen Umfeld sei das Bild des Hirten für Gott und Könige verbreitet gewesen. In der Bibel, so Fischer, werde dieses Bild vor allem in den Psalmen und bei den Propheten verwendet. Es sei keineswegs abwertend, sondern ein besonderer Ausdruck, wie über Gott geredet wird.


Am intensivsten, so der Alttestamentler, werde beim Propheten Jeremia über die Seelsorge oder Aufgabe des Hirten gesprochen. Es genüge für den Seelsorger auch heute nicht, nur eine Rolle auszufüllen. Vielmehr müsse sich der Seelsorger auf eine umfassende Sendung in all ihrer Breite einlassen. Dies sei gerade im Leben des Propheten Jeremia wie bei keinem anderen deutlich geworden. Konflikte, Ablehnung, Verschleppung habe ihn und sein Leben geprägt. Oft missverstanden und verspottet hat Jeremias 23 Jahre lang vergeblich das Wort Gottes verkündet. Auch heute, so der Exeget, sei Seelsorge nicht immer von Erfolg gekrönt. Es bedeute, in seinem Dienst als Hirte sich durch nichts einschüchtern zu lassen. Für Jeremias waren die Quellen für sein Durchhaltens in schwerer Zeit die göttliche Zusage, ein Ergriffensein von Gottes Wort, auch Unterstützung von anderen Menschen und häufiges Beten. Es genüge aber nicht, nur ehrlich und mutig zu sein, wenn es nicht mit einer tiefen Empfindsamkeit für die Menschen verbunden ist. Auch die Sprache, die Verkündigung, gehöre essentiell zum Dienst als Hirte, ergänzte P. Georg Fischer.


Hirtendienst nach dem Neuen Testament


Die Bilderrede vom Hirten findet sich auch in den Schriften des Neuen Testamentes wieder, wie Regens Dr. Johann Hintermaier aus Linz über „neutestamentliche Perspektiven zur Vertiefung der persönlichen Berufung“ ausführte. Allerdings müsse man Bedacht darauf nehmen, welche Vorstellung von Hirten bestehen.


Die Hirtensorge, so Hintermaier, weise auf eine emotionale Bindung hin; allerdings sei bei manchen damit auch ein hierarchisches Verständnis verbunden. Paulus, der aufgrund seiner städtischen Herkunft eher andere Bilder bevorzugt, sieht im Epheserbrief die Hirtensorge eingebunden in die gesamte Sorge um den Aufbau des mystischen Leibes Christi.
Matthäus hingegen bindet die Botschaft Christi zurück an das Alte Testament und damit auch an alttestamentliche Bilder des Hirten. Jesus zieht durch alle Städte und Dörfer, schreibt der Evangelist. So dürfe sich „die Hirtensorge nicht im Pfarrhaus abspielen“, sondern nur im Kontakt und in der Nähe zu den Menschen, wies Hintermaier in seinen Ausführungen hin.
Im Titusbrief wiederum werde die Aufgabe des Hirten gemeinsam mit dem Leitungsamt gesehen, aber eng verbunden mit einer Warnung vor Missbrauch. Hirte ist jener, der auch „den Blick darüber“ hat, so der Linzer Regens.
Das Lukasevangelium ist vom Handeln Jesu geprägt, der dem Verlorenen nachgeht. Lukas spricht vom Nachgehen und pastoralem Handeln an jedem Einzelnen. Vor der Freude über das Wiedergefundene stehen aber die Sorge und das Nachgehen. Das Wesen des Hirtendienstes ist somit das Suchen, das Nachgehen und die Möglichkeit der Vergebung, des Verzeihens und des Neuanfangs, unterstrich Hintermaier.