Das „Juwel auf dem Taferlberg“ als „Herz der Diözese“

Zum Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Basilika von Maria Taferl im Jubiläumsjahr hat der Verein zur Erhaltung der Basilika gemeinsam mit dem Residenz Verlag ein Buch über das „Juwel am Taferlberg“ herausgebracht. Unter der Schriftleitung von Prof. Hans Stöbitzer haben acht Autoren in 16 Beiträgen mit über 100 Fotos die Entstehungs-, Wirkungs- und Renovierungsgeschichte des Gnadenortes dokumentiert. Bei der Buchpräsentation im Raiffeisenhaus in Wien stellte Hans Stöbitzer verschiedene „Mosaiksteine“ des Buches vor.
Maria Taferl sei – gemeinsam mit dem Dom in St. Pölten und der Basilika am Sonntagberg – „so etwas wie das Herz der Diözese“, schreibt Bischof Klaus Küng in seinem Vorwort zum Buch. Als gelernter Mediziner bringe Küng einen interessanten Vergleich, sagte Generalvikar Eduard Gruber bei der Buchpräsentation: „So wie die Venen das verbrauchte Blut zum Herzen hinführen und die Arterien das sauerstoffreiche Blut wieder hinaus in alle Teile des Körpers, so überzieht ein Netz von Pilgerwegen unser Land – ein Netz, das nach Maria Taferl hin- und von der Basilika wegführt.“


Einen besonderen Ort wie Maria Taferl zeichne die Nähe Gottes aus, betonte der Generalvikar, Menschen könnt dies Besonderheit nicht „machen“: „Den ersten Schritt setzt immer Gott.“ Gruber zog eine Parallele zwischen dem Gnadenort am Taferlberg und dem alt-israelitischen Bet-El, wo Jakob im Schlaf die Himmelsleiter mit auf- und absteigenden Engeln schaute. Am Taferlberg haben im Mittelalter Pilger immer wieder Engelsprozessionen beim Gnadenbild gesehen. „Engel sind immer ein Zeichen der Nähe Gottes.“ Gruber wünschte Maria Taferl „unzählige Scharen von Pilgern, die zum Segen für die Kirche und zur Bereicherung der Gesellschaft werden“.


„Maria Taferl ist schon ein Label, dazu braucht man nicht mehr viel sagen“, erklärte der Präsident des NÖ Landtages, Hans Penz, in Vertretung von Landeshauptmann Erwin Pröll. . Maria Taferl sei mehr als ein Berg, betonte Penz, es sei ein Gnadenort, ein Ort der Motivation, der Inspiration, „ein Teil unserer Identität und Geschichte“. Der finanzielle Anteil des Landes NÖ von 1 Million Euro sei in diesem Sinne auch „eine Verpflichtung zur Erhaltung unserer Schätze“.


Was in den letzten Jahren an Zusammenarbeit von der Diözese St. Pölten, dem Land Niederösterreich und dem Verein zur Erhaltung der Basilika Maria Taferl geschehen sei, „ist ein kleines Wunder“, freute sich Vereins-Obmann Erwin Hameseder, Generaldirektor der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien: „Es war nicht nur ein Renovierungsprojekt, sondern viele Menschen haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht.“ Dadurch konnte die zeitgerechte Fertigstellung sichergestellt werden.


Auch die Kosten der Renovierung der Basilika wurden mit 3,8 Millionen Euro eingehalten, wie Hameseder betonte. Zusätzlich konnten auch der Pfarrhof und der Rosengarten renoviert, eine Tagespilgerstätte realisiert, und ein neuer Volksaltar aufgestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf 4,3 Millionen Euro. Durch zahlreiche Sponsoren konnte allein der Verein 1,4 Millionen Euro auftreiben, so Hameseder: „Damit hat der Verein sein Ziel erreicht.“ Auch im 17. Jahrhundert sei der Bau des Gotteshauses nur durch die Spenden vieler möglich gewesen.