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Caritas Haussammlung: Pfarren sind „Kraftwerke der Nächstenliebe“

In den kommenden Wochen machen sich wieder 8.000 kirchlich und sozial engagierte Haussammlerinnen und Haussammler aus niederösterreichischen Pfarren auf den Weg und bitten um eine Spende zugunsten von Not leidenden Menschen. So legen sie in den nächsten Wochen rund 20.000 km im Dienst der Nächstenliebe zurück. Diese Form lebendiger Solidarität in unserem Land eröffnet für Tausende bedürftige Mitmenschen eine hoffnungsvolle Zukunft.
Die rund 900 Pfarren im Bundesland Niederösterreich seien „Kraftwerke der Nächstenliebe“, betonte der Caritas-Präsident der Erzdiözese Wien, Michael Landau, beim Auftakt zur Caritas-Haussammlung am Dienstag in St. Pölten. „Unser Land wäre ärmer und kälter ohne das pfarrliche Engagement.“ Das besondere Charisma der Caritas-Mitarbeiter/innen sei dabei die Verbindung von Professionalität und Mitmenschlichkeit, so Landau.
Besonders in den Zeiten kirchlicher Krisen, sei der Weg der freiwilligen Sammlerinnen und Sammler „besonders schwer“, wie Friedrich Schuhböck, Caritas-Direktor der Diözese St. Pölten, ergänzte: „Wir ermutigen die Sammler und geben ihnen Instrumente in die Hand, dass Vorwürfe nicht bei ihnen hängen bleiben.“ So gibt es zum Auftakt für die Haussammlung in der Diözese St. Pölten eine große Sendungsfeier in Amstetten.


Zahl der Hilfesuchenden bei der Caritas um 50% gestiegen


Das gesammelte Geld werde für Projekte eingesetzt, „die so vielfältig sind wie die Bereiche der Caritas selbst“, erklärte Schuhböck. Gerade im europäischen „Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung“ ist es aus Sicht der Caritas besonders wichtig, „die Augen vor der Realität nicht zu verschließen“. So sei die Zahl der Hilfesuchenden bei der Caritas der Diözese St. Pölten im ersten Quartal dieses Jahres um 50% gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr gestiegen, wie Schuhböck berichtete, die Beratungsgespräche nahmen um 65% zu. Die Mittel für Interventionen in finanziellen Notlagen mussten heuer sogar verdoppelt werden. „Auch personell muss die Caritas auf diesen Ansturm reagieren“, so Schühböck.


„Das Spendengeld kommt ausschließlich Menschen in Niederösterreich zu Gute“, betonte Landau, „Menschen, von denen wir oft nicht wissen, wie sie die Not drückt. Bittere Armut ist oft nicht sichtbar.“ Laut Statistik Austria seien in Niederösterreich 170.000 Frauen, Kinder und Männer „einkommensarm“, knapp 11% der Bevölkerung. „Hinter den Zahlen stehen konkrete Menschen mit konkreten Lebensgeschichten“, erinnerte Landau. So hätten ein Drittel der Menschen, die sich Hilfe suchend an eine der Caritas-Sozialberatungsstellen wenden, nach Abzug der Fixkosten weniger als 4 Euro täglich zur Verfügung. „Die Menschen kommen schon lange nicht mehr zu uns, um Unterstützung für die Schulsportwoche der Kinder zu erhalten. Heute geht es um den existenziellen Lebensbedarf“, gab Landau zu bedenken.


Wirtschaftskrise trifft die Ärmsten am stärksten


Viele verkündeten zwar bereits das ende der Wirtschaftskrise, so Landau, die Zahl der Arbeitslosen steige jedoch weiter hin an. „Die Armen haben die Folgen der Krise am stärksten zu spüren bekommen.“ Deswegen wolle er, Landau, „nachdrücklich davor warnen,bei den Budgetverhandlungen auf dem Rücken der Ärmsten zu sparen“. Da die Aktivitäten der Caritas „kein Ersatz für den Sozialstaat“ seien, forderte der Wiener Caritas-Direktor die Rücknahme von Kürzungen bei der geplanten Mindestsicherung. „Ein Überleben in Würde muss für jeden in unserem Land möglich sein!“ In Österreich würde zwar niemand verhungern oder erfrieren, das heiße jedoch nicht, dass niemand hungern oder frieren müsse. „Wir können etwas ändern, wenn wir es ändern wollen“, schloss Landau.


Spendenkonto:
Raiffeisenbank St. Pölten
BLZ 32585
Kto.-Nr. 76000
Kennwort: Haussammlung