Bischof Küng sieht „viel Gutes“ aber auch die „Not der Kirche“

Eine gemischte Bilanz zur Situation der Kirche in der Diözese St. Pölten hat Bischof Klaus Küng gezogen. In seiner Predigt zum Hochfest „Peter und Paul“ am Dienstagnachmittag im St. Pöltner Dom sagte Küng, dass in den Pfarren „viel Gutes“ vorhanden sei. Zugleich würden ihm viele, über die Diözese hinausreichende Entwicklungen, Sorgen bereiten: „Es ist nicht zu übersehen, dass wir in Not sind.“
Predigt im Wortlaut
Nach nun bald sechs Jahren als St. Pöltner Diözesanbischof könne er sagen, „da ist viel Gutes in den Pfarren vorhanden“, so Küng. „Fast alle Priester und Pfarrgemeinderäte, Pfarrkirchenräte, Religionslehrer, Pastoralassistenten sind mit viel Fleiß, viel Eifer und großem Einsatz an der Arbeit.“ Guter Wille sei überall zu erkennen, auch wenn es mancherorts Probleme gebe.


Doch es gebe nicht nur einen Wandel zum Positiven, so der Bischof. Er sprach unter anderem den Rückgang des Gottesdienstbesuchs und die Abkehr der meisten Jugendlichen vom kirchlichen Leben an. Die Weitergabe des Glaubens sei – „eigentlich auch unabhängig vom Priestermangel“ – an nicht wenigen Orten „regelrecht gefährdet“. Neben dem Priestermangel lasse in letzter Zeit auch der Nachwuchs bei den Religionslehrern und Pastoralassistenten nach, so der Bischof. Zudem werde es schwieriger, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden.


Küng verwies in diesem Zusammenhang auch auf den von Papst Benedikt XVI. neu gegründeten Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung, der sich vor allem der Länder alter christlicher Tradition annehmen soll, in denen sich Glaube und Kirche durch die fortschreitende Säkularisierung in einer Krise befinden würden. Küng: „Dieser neue Päpstliche Rat ist - davon bin ich überzeugt - auch für uns wichtig.“


Der Bischof rief alle Gläubigen seiner Diözese zum Gebet auf: „Angesichts eines oft durchgeplanten Aktivismus mag ein Aufruf zum Gebet manchen wie eine Flucht in die Spiritualität wirken; und doch bin ich sicher, es ist wirklich der einzige Weg, damit unsere Kirche wieder erstarkt.“


Zu dem Festgottesdienst mit Bischof Küng waren zahlreiche Priester der Diözese gekommen, vor allem jene, die heuer ein rundes Weihejubiläum feiern: 10 Priester feiern das silberne, 14 das goldene und 3 sogar das diamantene (60-jährige) Priesterjubiläum. Auch Bischof Küng selbst ist unter den Jubilaren: Er feiert im August 40 Jahre Priesterweihe.


Predigt im Wortlaut