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Bischof Küng: "Kürzungen bei Familien überdenken!"

In einem offenen Brief an Finanzminister Josef Pröll fordert „Familienbischof“ Klaus Küng, die Kürzungen im Familienressort "noch einmal sehr ernsthaft zu überdenken". Diese Kürzungen seien ein "falsches Signal", da bei jenen gespart werde, "die durch den Mut zu Kindern einen außerordentlichen Beitrag zum 'Österreich von morgen' leisten". Wer sich heute für Kinder entscheide, "verzichtet ohnehin schon auf sehr vieles", sagte Küng. Daher würde er sich "gerade von der ÖVP wünschen, dass sie die eigentliche Not des Landes wahrnimmt und es Menschen hier ermöglicht, 'Ja' zu sagen zu mehr Kindern". Besonders bedrücke ihn in diesem Zusammenhang die Streichung des Mehrkinderzuschlags, die gerade die einkommensschwachen Familien treffe, so Küng.
In den vergangenen Tagen habe er bezüglich des angekündigten Sparbudgets ein "lebhaftes Echo erhalten". Die zum Teil heftigen Reaktionen hätten deutlich gemacht, dass "hier ein Nerv getroffen wurde", so Küng. Daher biete er Finanzminister Pröll an, "auch zukünftig im Gespräch zu bleiben".


Wortlaut des Schreibens:


"Sehr geehrter Herr Minister,
Erlauben Sie mir, mich in der Angelegenheit des Budgets und der Reduktion der Familienleistungen persönlich an Sie zu wenden. An der sehr heftigen Reaktion der letzten Tage auf die jüngsten Ankündigungen, besonders was die Familienbeihilfe betrifft, haben Sie sicherlich selber gemerkt, dass hier ein Nerv getroffen wurde.
Auch ich habe in meiner Funktion als Familienbischof ein lebhaftes Echo erhalten und kann mich daher den Bemerkungen des Kardinals nur anschließen: wer bei denen spart, die durch den Mut zu Kindern einen außerordentlichen Beitrag zum "Õsterreich von morgen" leisten, setzt ein falsches Signal. Wer sich heutzutage für Kinder entscheidet, verzichtet ohnehin schon auf sehr vieles. Dass man unter diesen Umständen gerade die einkommensschwachen Familien mit der Streichung des Mehrkindzuschlags trifft, bedrückt mich besonders.
Ich würde es mir gerade von der ÕVP wünschen, dass sie die eigentliche Not des Landes wahrnimmt und es Menschen hier ermöglicht, "ja" zu sagen zu mehr Kindern.
Ich wäre dankbar, wenn Sie die geplanten Kürzungen gerade im Familienbereich noch einmal sehr ernsthaft überdenken und biete an, über dieses Thema mit Ihnen auch zukünftig im Gespräch zu bleiben. "