Bischöfe pilgern für die Umwelt

Mit einer „grünen Pilgerreise“ vom 1. bis 5. September von Esztergom über Bratislava nach Mariazell weisen die Europäischen Bischofskonferenzen auf ihr Verhältnis zu Umweltfragen und zur Bewahrung der Schöpfung hin und wollen gleichzeitig die dafür Verantwortlichen stärken.
Im Rahmen der Pilgerreise ist am Freitag, 3. September im Dom St. Pölten ein ökumenisches Gebet mit den TeilnehmerInnen der Pilgerreise. Die fünftägige Wallfahrt steht unter dem Motto, das Papst Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag 2010 ausgerufen hat: „Wenn Du den Frieden willst, bewahre die Schöpfung“.
„Wir kamen zum Entschluss, eine Pilgerreise im Herzen Europas zu machen, weil wir der Auffassung sind, dass dies mit unseren Zielen am besten übereinstimmt“, erklärt der Generalsekretär der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), P. Duarte da Cunha, auf dessen Initiative die Pilgerreise zurückgeht. „Die Pilgerreise ist in erster Linie ein geistiger Weg, ein Weg der Bekehrung, der damit beginnt, die eigene Umgebung zu verlassen, um sich zu einem besonderen Ziel aufzumachen“, sagt er. „Die ökologische Krise, die wir heute durchleben und die als irrationaler und unverantwortlicher Umgang mit den Gaben der Schöpfung gesehen werden muss, kann nicht losgelöst von der derzeitigen moralischen Krise unseres Kontinents gesehen werden“, weist Duarte da Cuhan hin.
Der Papst habe erinnert, dass die Achtung vor der Ökologie des Planeten nicht ohne eine spirituelle Umkehr und eine Veränderung des Lebensstils möglich sei. „Oft konzentriert man sich beim Thema Umweltschutz auf wissenschaftliche, politische und ethische Aspekte. Wir sind jedoch überzeugt, dass es notwendig ist, auch auf die geistige, theologische und anthropologische Vision aufmerksam zu machen“, unterstreicht da Cuhan.


Verlauf der Pilgerreise


Die Pilgerreise beginnt am 1. Septemberin Esztergom mit der Eucharistiefeier und dem Pilgersegen, den Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Esztergom-Budapest und Präsident des CCEE, erteilen wird.


Am zweiten Tag, dem 2. Septemberwird der größte Fluss Europas, die Donau, die Delegierten bis nach Bratislava bringen. Auf diesem Reiseabschnitt gibt es einen Workshop über die Themen Wasser und Energie sowie den besuch einer Biodieselanlage in Komarom. In Bratislava werden die Pilger von Erzbischof Stanislav Zvolensky und dem Bürgermeister der Stadt empfangen.


Am Freitag, 3. September, wird das Thema Erziehung zum Umweltschutz im Rahmen eines Runden Tisches diskutiert, an dem auch der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson sowie Ján Figel, slowakischer Minister für Verkehr, Post und Telekommunikation teilnehmen.
Nach der Fahrt mit dem Bus nach St. Pölten wird um 18 Uhr im Dom ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. An diesem Gottesdienst werden auch Vertreter lokaler und internationaler ökumenischer Organisationen teilnehmen.


Am Samstag, 4. September, reisen die Pilger mit der Mariazellerbahn nach Mitterbach weiter. Von dort wandern die Teilnehmer zum Erlaufsee, wo sie einen Gottesdienst halten. Die letzten Kilometer bis zur Basilika in Mariazell, wo ein gebet gehalten wird, werden zu Fuß zurücklegen.


Am Sonntag, 5. September, wird um 10 Uhr im Rahmen der Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Kardinal Christoph Schönborn die Abschlusserklärung der Teilnehmer verlesen.