Bildung am Puls der Zeit

„Wir sind am Puls der Zeit“, sagte der Geschäftsführer des Katholischen Bildungswerkes, Gerald Danner, am 8. April bei einem Pressegespräch. Mehr als 77.000 Personen haben im Jahr 2009 an 1588 Veranstaltungen in den 230 örtlichen Bildungswerken der Diözese St. Pölten an Vorträgen, Workshops und an Seminare teilgenommen. Neuer Schwerpunkt ist: „Mensch und Wirtschaft – welche Gesellschaft wollen wir?“ Im Mittelpunkt des vergangenen Jahres standen Bildungsangebote mit theologischem Inhalt, Persönlichkeitsentwicklung, Verantwortung in der Gesellschaft sowie Umwelt und Natur. Dennoch gehe es um „mehr als nur Wissensvermittlung“, wies Geschäftsführer Gerald Danner hin. Ganzheitliche Bildung, Stärkung der Kompetenzen und Verantwortung sei das gesetzte Ziel. „Wir sind dort, wo die Menschen sind“, untermauert er den Einsatz von über 750 Referentinnen und Referenten, die vor Ort tätig sind.
Eine Reihe namhafter Referentinnen und Referenten, unter ihnen Weihbischof Helmut Krätzl, die Psychoanalytikerin Rotraut Perner, der Familien- und Erziehungsberater Jan Uwe Rogge oder auch der Publizist Prof. Heinz Nussbaumer waren im vergangenen Jahr im Rahmen des Katholischen Bildungswerkes tätig.


Hauptträger der Bildungsarbeit


Das Katholische Bildungswerk ist ein Hauptträger der Bildungsarbeit in der Diözese, unterstrich die Obfrau des Bildungswerkes, Mag. Angela Lahmer-Hackl. „Wir gewährleisten qualitätsvolle Bildungsangebote, finanzieren die Werbematerialien für Veranstaltungen und sind mit den Bildungswerkleitern vor Ort in Kontakt, um auf spezielle Bedürfnisse gut reagieren zu können“, sagte sie. In ihren Angeboten will das Bildungswerk „nicht schönreden, sondern gerechte Lebenschancen fordern“ und so auch Ansprüche an Gesellschaft und die Kirche stellen. Derzeit sei auch eine Reihe des Bildungswerkes zum Thema sexueller Missbrauch in der Kirche geplant.
In vielen Pfarren ist Teamarbeit bei Planung und Durchführung der Veranstaltungen bereits Standard, in vielen besteht darüber hinaus eine gute Zusammenarbeit mit den Einrichtungen in den Nachbarpfarren oder dem Pfarrverband. Auch Kooperationen mit anderen Bildungseinrichtungen vor Ort seien weithin gegeben.


Schwerpunkt Mensch und Wirtschaft


Ein aktuelles Schwerpunktthema, das auch im laufenden Arbeitsjahr im Mittelpunkt steht, ist „Mensch und Wirtschaft – welche Gesellschaft wollen wir?“ Ausgangspunkt ist die aktuelle und prekäre Situation am Finanz- und Wirtschaftssektor wie auch die Perspektiven einer christlichen Vision für die Gesellschaft, wies Dipl. Ing. Markus Schmidinger vom Bildungsbereich „Verantwortung in der Gesellschaft“ hin. Eine umfassende Angebotspalette wird den Pfarren für ihre Planungen angeboten. „Märkte, Mächte, Milliarden“ können ebenso diskutiert und behandelt werden wie Neoliberalismus und Globalisierung, der Mensch in der Arbeitswelt, Klimawandel, Fairer Handel, Grundeinkommen und Migration, usw. „In all diesen Bereichen ist auch der einzelne Mensche gefordert, sich zu orientieren, eine Meinung zu bilden und sich einzubringen“, weist er hin.


Gesellschaft braucht Werte und Haltungen


„Es reicht“ meint die St. Pöltner Theologin und Erwachsenenbildnerin Mag. Isabella Ehart, wenn sie in ihrem Workshopangebot von unserer wirtschaftsorientierten Gesellschaft spricht. Die Menschen müssen auch spüren können, dass sie genug haben, meint sie. Menschen benötigen aber auch Zuerkennung, Anerkennung, Begegnung und Würde. Es stelle sich die Frage, welche Werte und Haltungen die Gesellschaft brauche, damit gutes Leben für alle möglich sei. Eine weitere Frage sei auch die Verteilungsgerechtigkeit, wies sie hin.
Bei der Jahrestagung des Katholische Bildungswerkes die Diözese St. Pölten am kommenden Samstag, dem 10. Juni im Bildungshaus St. Hippolyt wird dieses Thema neben anderen in einem Workshop von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Katholischen Bildungswerkes ausgiebig diskutiert.
(hp/js)