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Begleitung in der letzten Lebensphase

Am 5. Mai 2010 findet im NÖ Landhaus die 9. Hospizenquete statt. Palliative Care trägt zur Verbesserung der Lebensqualität alter und dementer Menschen bei, weist der Schweizer Arzt Dr. Roland Kunz, hin. Er wird neben anderen hochkarätigen ReferentInnen an dieser Enquete teilnehmen. Zu den weiteren Referenten an dieser Tagung, die vom Landesverband Hospiz NÖ organisiert und durchgeführt wird, gehören:
DDr. Marina Kojer, Ärztin, Psychologin und Autorin, die in Wien die erste Abteilung für palliativmedizinische Geriatrie aufbaute und in verschiedenen Palliativlehrgängen unterrichtet. Sie bringt aktuelle Erkenntnisse zur Begleitung von Menschen mit Demenz in der letzten Lebensphase.
DDr. Mag. Monique Weissenberger-Leduc, die Gesundheits- und Krankenschwester, Philosophin und Soziologin ist seit über 20 Jahren im Bereich der Palliativ Care tätig ist und Autorin anerkannter Bücher. Sie liefert Impulse zur Achtsamkeit als zentrale Größe in der Palliative Care.
DSA Karl Bitschnau, MAS ist Leiter der Hospizbewegung Vorarlberg. Sie berichtet über die erfolgreichen Schritte der Umsetzung der Ansätze der Hospizarbeit und von Palliative Care in die Alters- und Pflegeheime. Diese sind zugleich Ausgangspunkt für ein im Jänner gestartetes Pilotprojekt in Niederösterreich.


Workshops


In sechs Workshops werden einzelne Themen wie „Schmerzen erkennen und lindern“, „Achtsamkeit der Palliative Care“, „Herausforderung Mulitmorbidität“, „Hospizbegleitung im Pflegeheim“, „Abschied für immer“ und „Demenzkranke Menschen im Sterben begleiten“.


Immer mehr alte Menschen


Das Durchschnittsalter der österreichischen Bevölkerung wird laut Statistik Austria von 39,7 Jahre (2001) auf 45,0 Jahre (2027) bzw. 48,2 Jahre (2050) ansteigen. Der Anteil hochbetagter Menschen (> 80 Jahre)wird sich von 3,7 % (2001) auf 11,7 % (2050) mehr als verdreifachen. Zwei Drittel der über 80jährigen haben chronische Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ständige Schmerzen durch Abnützungserscheinungen der Wirbelsäule und Gelenke. Die Wahrscheinlichkeit für dementielle Symptome nimmt ab dem Alter von 65 stark zu.


Autonomie und Lebensqualität


„Selbst wenn ein hochbetagter Mensch multimorbid ist, also mehrere Krankheiten gleichzeitig auftreten, hat er oder sie den Wunsch nach möglichst hoher Autonomie und Lebensqualität“, sagt Dr. Brigitte Riss, Vorsitzende des Landesverband Hospiz NÖ. Egal ob sie die letzte Lebensphase Zuhause oder in einem Pflegeheim verbringen, geht es um mehr als dafür zu sorgen, dass sich diese Menschen nicht wundliegen, ausreichend Nahrung zu sich nehmen oder in Phasen der Verwirrtheit sich nicht selbst gefährden.
Riss berichtet, dass durch die bisherigen Fortbildungen auch neue Ebenen der Kommunikation zwischen BewohnerInnen, Fachpflegepersonal, Heimleitung, betreuenden Hausärzten, Ehrenamtlichen, Raumpflegern und Küchenpersonal entstehen.
Wichtiger Aspekt ist weiters die bewusste Kommunikation mit den Angehörigen, ihre aktive Einbeziehung. „Durch die intensive Auseinandersetzung wird – das zeigt sich jetzt schon deutlich – eine Herangehensweise möglich, die noch stärker auf den wichtigen Faktor Lebensqualität achtet und vorhandene Ressourcen der Hochbetagten fördert, anstatt den Fokus zu sehr auf Defizite zu legen“, betont Riss.


Dem Landesverband Hospiz NÖ gehören u.a. die Caritas der Erzdiözese Wien sowie der Diözese St. Pölten an. Partner sind das Bildunsghaus St. Hippolyt in St. Pölten sowie das Kardinal König Haus in Wien.


Näheres: Landesverband Hospiz NÖ oder per e-mail bzw. Tel. 02236/680131